Die Erasmus Reise nach Wien, Österreich

Die Erasmus Reise nach Österreich

Die dritte Erasmus Gruppe mit neun Auszubildenden des Berufs TierpflegerIn von der Peter-Lenné Schule in Berlin (www.peter-lenne-schule.de) ist zum Lernen und zum Erfahrungsaustausch an die Tierpflegerschule in Wien (http://www.vetmeduni.ac.at/tierpflegerschule/)  gereist.

Der Direktor der Schule, Professor Yves Moens und seine Assistentin Alice Lütjens haben uns das ermöglicht. Auch hier wurden wir herzlich empfangen und möchten uns bedanken für die großartige Organisation und die engagierte

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Unsere neun SchülerInnen wurden in Wien auch einige Zeit von ihrem Fachlehrer begleitet.

Betreuung.

Die Tierpflegeschule in Wien ist auf dem Campus der Veterinär Universität Wien angesiedelt. In der Schule werden angehende Tierpfleger über drei Jahre in Theorie und Praxis ausgebildet. Die SchülerInnen der Peter-Lenné Schule haben hier die Möglichkeit am Unterricht teilzunehmen und machen praktische Arbeit zum Teil auf dem Campus an den dort gehaltenen Pferden, Rindern und Hunden, aber haben auch regelmäßig Übungstage im Zoo Schönbrunn.

In der Ausbildung der SchülerInnen der Tierpflegeschule wird großer Wert auf Erfahrung und Kenntnisse im klinischen Bereich gelegt und daher gehört die Schulung in der Kleintierambulanz, in der Orthopädie und Chirurgie der Veterinär Universität fest zum Programm.

TierpflegerInnen sind die ersten, die feststellen, ob ein Tier krank ist, Schmerzen hat und Hilfe braucht. Sie informieren die Tierärzte und bleiben bei ihren Pfleglingen wenn sie ärztlich  versorgt werden müssen. Die Arbeit mit den Tierärzten auf dem Campus war daher eine willkommene Ergänzung und Vertiefung des Wissens um tierärztliche Arbeit und die Assistenz dabei.

Für unsere Schüler, die noch wenig Erfahrung in der Assistenz bei der Tierarztarbeit haben, war das Simulations Lab auf dem Universitätscampus eine tolle Sache. Das Labor steht allen Lernenden offen. Hier können nicht nur die Studenten der Tiermedizin sondern auch die Tierpflegeschüler medizinische Eingriffe üben.

Dafür stehen lebensgroße und anatomisch korrekt ausgestaltete Kunststoffmodelle von Hunden und Pferden -Dummies – zur Verfügung, an denen die Lagerung bei der Operation und beim Röntgen, das Anlegen von Verbänden, Vernähen von Wunden, Spritzen geben und die Herzmassage und Beatmung bei der ersten Hilfe geübt werden können.

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Die Vorgänge bei der künstlichen Beatmung werden demonstriert

Professor Yves Moens nahm sich viel Zeit, um unseren Schülern das Labor und die verschiedenen Versuchsaufbauten zu zeigen. An einem Hundekopfmodell demonstrierte er die Vorgänge bei der künstlichen Beatmung und ließ die Schüler an den Beatmungsgeräten und Monitoren üben.

Ein weiteres Highlight während unseres Aufenthalts war ein Treffen mit Professor Herwig Grimm vom Messerli Forschungsinstitut (http://www.vetmeduni.ac.at/de/messerli/).

Das Institut wurde 2010 auf dem Campus der Veterinärmedizinischen Universität in Wien gegründet und hat sich in Forschung und Lehre der Aufgabe verschrieben, den Menschen eine Orientierungshilfe für einen verantwortlichen Umgang mit Tieren zu geben und sie auf wissenschaftlicher Basis in ihrer Verantwortung gegenüber Tieren zu unterstützen.

Prof. Grimm ist Leiter der Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung (http://www.vetmeduni.ac.at/de/messerli/forschung/forschung-ethik/mitarbeiterinnen/herwig-grimm/), in der über die Beziehung zwischen Mensch und Tier aus ethischer und philosophischer Perspektive gearbeitet wird.

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Wir assistieren am OP- Tisch bei einer gänzlich unblutigen Blasenoperation

Aus der einen Stunde, die sich Prof. Grimm für uns Zeit nehmen konnte, wurden dann fast zwei Stunden Seminar mit lebhafter Diskussion.

Dass Berliner TierpflegeschülerInnen von der Erna-Graff-Stiftung nach Wien geschickt werden – das fand auch Prof. Grimm interessant und wert, mehr von seiner Zeit zu opfern. Für unser Projekt und unser Anliegen für den Tierschutz bekamen wir von ihm viel Zuspruch. Auch für Prof. Grimm ist die Arbeit der Tierpfleger ein Pfeiler für den Tierschutz. Denn solange es noch Tiere in Gefangenschaft gibt, muss es kompetente Menschen geben, die sich um ihr Wohl kümmern. Auf ihre Ausbildung auch in Fragen der Tierethik muss deswegen großer Wert gelegt werden. Wie schön, dass die Schüler der Peter-Lenné Schule in ihrer schulischen Ausbildung in Berlin bereits ein solides Fundament in Sachen Tierschutz bekommen haben und so motiviert mitdiskutieren konnten.

Wie schön, dass dieses Erasmus Projekt in Wien stattfinden kann!

Ein wichtiges Thema für unsere Tischrunde war das Töten von Tieren und mögliche Argumente dagegen und Rechtfertigungen dafür. Das ist etwas, was den Zootierpflegern in ihrem Arbeitsalltag  immer wieder begegnet. Aber es sind ja nicht nur die Pfleglinge, die wegen Krankheit eingeschläfert werden müssen. Wie steht man zum Ziegen züchten als Futter für die Raubtiere? Oder zur Euthanasie von für das Zuchtbuch unbrauchbaren Nachkommen? Zur Geburtenkontrolle bei in sozialen Gruppen lebenden Arten?

Es wurde deutlich, dass es nicht nur für unsere TierpflegeschülerInnen keine einfache Antwort auf diese Fragen gibt.

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Der Versuchsaufbau für Röntgenuntersuchung

Herzlichen Dank an Professor Grimm für das Seminar und für den Zuspruch und die Wertschätzung der Arbeit unserer zukünftigen TierpflegerInnen.

Damit nicht genug: wir haben auch einen Termin für das ‚Clever Dog Lab‘ bekommen. Am nächsten Donnerstag können wir einen Einblick in die Forschungsarbeit dort bekommen und hören einen uns einen Vortrag auf Englisch an.

Was das ‚Clever Dog Lab‘ macht und was wir dort gelernt haben, werden wir dann natürlich auf unserer Homepage mitteilen.

In den letzten beiden Wochen in Wien werden wir uns weiter über die Tierschutzthemen unterhalten, die unsere Schüler als Praktikumsaufgabe bekommen haben. Unter anderem geht es uns um Stadttauben, die Haltung von Primaten im Zoo und um Rechte für Menschenaffen. Auch darüber werden wir bald berichten.

 

Die erste Erasmus Reise führte nach Edinburgh, Schottland. Hier geht es zum Bericht.

Die zweite Erasmus Gruppe mit 5 Auszubildenden der Berufe Tierärztliche Fachangestellte und TierpflegerIn reist nach Kolding in Dänemark. Hier geht es zum Bericht.

nie/07.17

Kommentare

Die Erasmus Reise nach Kolding, Dänemark - Erna-Graff-Stiftung schreibt () :

[…] Die dritte Erasmus Reise führt nach Wien, Österreich. Hier geht es zum Bericht. […]

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