Erfolgreiche Bussardrettung

Gestern konnten wir helfen, einen verletzten Greifvogel zu retten. Engagierte Tierfreunde sind auf den Pechvogel aufmerksam geworden und haben uns informiert. Vielen Dank!

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Ziemlich geschwächt übernahmen wir den verunfallten Wildvogel

Der Anruf kam von Spaziergängern, die auf einem Friedhof in Pankow einen Greifvogel auf dem Boden sitzend vorfanden – zu schwach zum Fliegen! Er musste da weg, die Nacht hätte er bestimmt nicht überlebt. „Hier gibt es doch Füchse und Katzen!“, sorgte sich eine der Finderinnen. Ein Falke muss es sein, so war die einhellige Meinung der Tierretter. In Berlin brüten ungefähr 200 Paare dieser kleinen Greife. Sie bevorzugen Nischen und Vorsprünge an hohen Gebäuden für ihren Nestbau. An vielen Rathäusern wurden Nisthilfen –Kästen – angebracht, die von den Falken gerne angenommen werden. Auch am Rathaus von Pankow gibt es Turmfalken. Ein Turmfalke ist nicht viel größer als eine Stadttaube-ungefähr 30 bis 35 cm lang- und daher war das Erstaunen der Mitarbeiter von der Erna-Graff-Stiftung groß, dass der ‚Falke‘ kaum in die mitgebrachte Tragebox passen wollte. Kein Wunder! Der Falke entpuppte sich als Mäusebussard und die sind fast doppelt so groß wie ihre kleineren Verwandten, die Turmfalken. Mit einem lebhaften Mäusebussard muss man achtsam umgehen. Der gekrümmte Schnabel und die kräftigen gelben Klauen sind gefährliche Waffen und in den Flügeln steckt auch viel Kraft. Die Mitarbeiterin in der Tierklinik in Düppel tat gut daran, sich den Vogel in den Arm zu klemmen und die Bussardbeine festzuhalten. Von diesem Bussard aber drohte niemandem Gefahr. Er war ja viel zu schwach, um sich zu wehren. Die erste vorsichtige Diagnose: verunfallt, wohl gegen ein Hindernis geflogen.

Eine erste Untersuchung der Tierärztin zeigte: dem Bussard geht es gut

Eine erste Untersuchung der Tierärztin zeigte: dem Bussard geht es gut

Das kommt bei Greifvögeln in der Stadt gelegentlich vor. Auf der Jagd nach ihrer Beute prallen sie gegen Fensterscheiben oder werden auch angefahren. Unser Bussard scheint mit dem Schrecken davongekommen zu sein. Aufgeregt ist er natürlich, aber in der Klinik wird gut für ihn gesorgt.
Übrigens, er heißt mit wissenschaftlichem Namen Buteo Buteo und seine Art ist gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie ganzjährig geschützt. Auf dem Foto sieht man gut zwei Erkennungszeichen: Die Flügelspitzen sind dunkel gefärbt und der Schwanz ist gebändert mit dunkler Abschlussbinde.

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