Fragen und Antworten zu „Lil Bub“

Forscher wollen die DNA von „Lil Bub“ entschlüsseln.

Wissenschaft MikroskopierenBezüglich der Erforschung des Krankheitsbilds der berühmten Katze „Lil Bub“ haben wir uns an die verantwortlichen Forscher im Max-Planck-Institut gewandt, um herauszufinden, welche Versuche geplant sind und welche Ziele verfolgt werden. Wir haben nun eine Antwort erhalten, werden aber noch genauer nachhaken. Grundsätzlich begrüßen wir die Erforschung von Krankheiten, bei denen nicht in das Wohl des Tiers eingegriffen werden muss. Für die geplanten Tests wird lediglich eine Blutprobe des Tiers benötigt.

Herr Ibrahim, Sie suchen nach genetischen Faktoren, die die Entwicklung von Gliedmaßen und Knochen steuern. Welche Versuche sind mit dem Blut von Lil Bub geplant?

 Zur Zeit planen wir ausschließlich die Genomsequenzierung von Lil Bub. Mit den darüber hinaus gesammelten Spenden möchten wir versuchen, einige sinnvolle Experimente durchzuführen, um die genetischen Ursachen der erblich bedingten Hypertrophen Cardiomyopathien bei Maine Coon Rassekatzen zu finden.

Welche Ergebnisse erhoffen Sie sich?

Mit der Genomsequenzierung hoffen wir, die krankheitsverursachende Mutation im Genom von LilBUB zu finden und diese in Beziehung zu setzen mit vergleichbaren seltenen Krankheiten in anderen Tierarten und bei Menschen. Zum Beispiel wäre es interessant, zu erfahren, ob es Menschen mit ähnlichen Mutation ebenfalls von Osteopetrose betroffen sind und ob die erfolgreiche Therapie bei Lil Bub auch bei den Patienten hilft oder anders herum, ob es wirksame Medikamente bei Patienten gibt, die auch bei Lil Bub helfen könnten.

 Wann rechnen Sie mit ersten verwertbaren Ergebnissen?

Ein erstes Ergebnis haben wir bereits. Wir haben eine Mutation bei Lil Bub gefunden, die zu sehr großer Wahrscheinlichkeit zur Polydactylie führt. Des Weiteren hoffen wir, die Genomsequenzierung im Juni durchzuführen, um dann mit der Auswertung zu beginnen. Wann diese zu Ergebnissen führt, ist nicht klar abzuschätzen. Es kann binnen Wochen sein, aber sich ggf. auch über mehrere Monate ziehen. Es ist auch möglich, dass wir keine offensichtlich krankheitsverursachende Mutation finden können.

Dr. Daniel Ibrahim arbeitet am Max Planck Institute for Molecular Genetics in der Arbeitsgruppe: „Research Group Mundlos, Development and Disease“.

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