Hundeauslaufgebiet Grunewald wird verkleinert

Betroffen sind Uferbereiche „Schlachtensee“ und „Krumme Lanke“

Oberer Uferweg - Neue Grenze HAG

Oberer Uferweg – Neue Grenze des Hundeauslaufgebietes

Am 15.05.2015 tritt eine neue Reglung bezüglich des Mitführens von Hunden an den Badeseen „Krumme Lanke“ und „Schlachtensee“ in Kraft. Das Hundeauslaufgebiet Grunewald endet dann auf dem oberen Uferweg. Damit wird das Gebiet, auf denen Hunde frei laufen dürfen, um 0,3 km² verkleinert. Das ist neben der im neuen Berliner Hundegesetz geplanten generellen Anleinpflicht ein weiterer Fall, bei dem die Berliner Hunde die „Rechnung“ für menschliches Versagen „zahlen“ sollen.

 Als Grund für die Eingrenzung des Hundeauslaufgebiets am Schlachtensee nennt die Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto den Erhalt der Seen als EU-Badegewässer. Aus „gesundheitshygienischen“ Gründen sei die gleichzeitige Nutzung als EU-Badegewässer und als Hundeauslaufgebiet nicht vertretbar. Darüber hinaus beschweren sich regelmäßig Badegäste über die Hunde.

 

Hundehalter fühlen sich als Bauernopfer

Hundehalter sehen die Gründe für die Gewässerverschmutzung eher bei den Badegästen. So gibt es kaum Toiletten an den Ufern der Seen. Badegäste verrichten ihre Notdurft deshalb häufig im an den See grenzenden Uferbereich und/oder direkt im Wasser.

Unterer Uferweg – Hier gilt künftig Hundeverbot

Klar ist, hier wird seitens des Bezirksamtes ziemlich einseitigreagiert. Während die Hundehalter mit Einschränkungen rechnen müssen, dürfen sich Badegäste verhalten wie bisher. Es gibt keine Hinweise darauf, dass auch anderen Ursachen nachgegangen wird, die die Gewässerverschmutzung zu verantworten haben können. Dazu gehören die Regenwassereinleitstellen sowie durch Badegäste verursachte Fäkalien- und Müllabspülungen nach Regenereignissen. Das Aufstellen von Abfallbehältern würde nicht nur Hundehaltern die Entsorgung der Hundekotbeutel erleichtern, sondern auch die Belastung des Ufers durch Müll reduzieren.

Hundehalter schlagen vor, dass der untere Uferbereich weiterhin mit angeleinten Hunden betreten werden darf. Da im Zuge der Umsetzung des Beschlusses 907 der Bezirksverordnetenversammlung Hinweisschilder entlang des Uferbereiches aufgestellt werden sollen, könnten diese auch den Hinweis auf die Anleinpflicht darstellen statt des generellen Verbots. Wird den Schildern Folge geleistet, minimiert sich auch die Belästigung von Badegästen. Ob generelles Verbot oder Anleinpflicht im Uferbereich, beide Regelungen setzen regelmäßige Kontrollen voraus.

Wir unterstützen die Initiative „Berliner Schnauze“.


Weitere Infos und aktuelle Entwicklung:

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Caraa Adaa hat ein Lied zu der Thematik geschrieben: „Auf Wiederseen!“

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Kommentare

Gabriela Radecke schreibt () :

Alle Hunde brauchen die Möglichkeit, auch ohne Leine herumzulaufen! Bitte denkt auch darüber nach . . . die Menschen hinterlassen mehr Dreck und Unrat 🙁

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Eva Maria Limmer schreibt () :

Fröhliche Hunde und Menschen, die noch miteinander kommunizieren wollen und- können-, müssen gefürchtet werden.Da die Hunde, die die Möglichkeit zum innerartlichen Austausch bekommen, meistens sehr kommunikationsfreudig und -fähig sind, sind sie auch ein Vorbild für offenes Aufeinanderzugehen -und das noch ganz real-ihrer Herrchen und Frauchen.Einbetonierte Stadtmenschen und „Verbraucher“, die plötzlich Freude an immateriellen Werten, wie echter menschlicher Kommunikation entdecken, gehen der Lenkbarkeit und den Denkdressaten-somit den „Märkten“ leicht verloren.
Insbesondere auch denjenigen „Märkten“, die eine gigantische Vernichtung einer unserer allerwichtigsten Ressourcen, dem Grundwasser, betreiben.

Wo gehen die Eu-Badegewässergäste eigentlich auf`s Klo?

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Cara Adaa schreibt () :

Hier ist mein Song zu diesem Thema: Cara Adaa:
„Aufwiederseen“. Bitte teilen bei Gefallen….!

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