Marell – von der Sorgenstute zum Glückspferd

Eine Erfolgsgeschichte aus Sicht einer Helferin.

Es war ein langer Weg, doch es sieht gut aus für die Warmblutstute Marell. Sie darf nun endlich ihr Leben genießen. Anlass für Luisa (der Retterin und Halterin von Marell) einen kleinen Beitrag zu verfassen.

„Es ist nun sieben Monate her, dass wir an der Pferdekoppel standen und ihr Schicksal in den Händen hielten. „Für 300 Euro gehört sie euch oder der Abdecker holt sie“ waren die Worte des Vorbesitzers.

Marell vorher

Marell kurz nach ihrer Rettung vor dem Schlachter.

Die Rede ist von einer jungen Warmblutstute, die für ihren Besitzer aufgrund einer missachteten Augenerkrankung wertlos geworden war. Ihr rechtes Auge war zur Unkenntlichkeit zerstört und die massiven Schmerzen hatten zu einer reduzierten Futteraufnahme geführt, so dass die Stute sich insgesamt in einem vollkommen unterernährten Zustand befand.

Das Durcheinander der Gefühle, welches in mir tobte, als wir über Leben oder Tod entschieden, werde ich nie vergessen. Wie gut sind ihre Heilungschancen? Wer übernimmt die langfristige Pflege des Pferdes? Wie sollen wir eine Augenoperation und einen Klinikaufenthalt bezahlen?

Doch all diese Fragen verblassten bei dem Gedanken daran, ob ich abends würde einschlafen können, wenn wir es uns nicht trauten ihr das Leben zu retten.

Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass wir uns getraut haben.

Marell August 2014

Marells Auge ist verletzt und stark geschwollen.

Dank einer wunderbar warmherzigen und hilfsbereiten Facebookgemeinschaft in einer eigens für die Stute eingerichteten Gruppe, konnten wir die Operation und Nachbehandlungen bezahlen. Jedoch stießen wir nur wenige Wochen später erneut an unsere finanziellen Grenzen, da sich das Krankheitsbild der jungen Stute weitaus dramatischer darstellte als vorab angenommen. Verzweifelt und dennoch weit davon entfernt, aufgeben zu wollen, wendeten wir uns an die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz und baten um Hilfe. Die sofortige Unterstützung und das uns entgegengebrachte uneingeschränkte Vertrauen berührten uns zutiefst und gaben uns neue Hoffnung.

Ein Leben zu retten ist nicht leicht und kostet sehr viel Zeit, Kraft und Liebe. Wir waren bereit, der Stute all dies zu geben, wenn die finanziellen Kosten gedeckt werden können. Das Engagement der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz hat einen Großteil dazu beigetragen, dass wir der Stute auf ihrem Weg der Genesung alle notwendigen Behandlungen ermöglichen konnten.

Häufig wird mir die Frage gestellt, ob ich den Weg wieder gehen würde, wenn ich vorab gewusst hätte, wie schwer er sein wird. Meine Antwort darauf lautet ja.

Ja, ich würde diesen Weg immer wieder gehen, denn ich sehe jeden Tag ein Pferd vor mir, das mit jeder Faser seines Körpers bereit ist zu leben. Und allein ihre wiederkehrende Lebensfreude lässt mich all die Anstrengungen vergessen.

Außerdem würde ich diesen Weg immer wieder gehen, weil er mir gezeigt hat, wie viele Menschen bereit sind, einem leidenden Tier zu helfen. Ich bin dankbar für die Erfahrung, wie viel Kraft eine Gemeinschaft aus tierliebenden Menschen entwickeln kann.

Am 23.04. wird die bezaubernde Stute namens Marell fünf Jahre alt und ich blicke voller Zuversicht in die gemeinsame Zukunft.“

Marell nachher

Marell heute – gesund und munter. Dank Luisa und der Unterstützung der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz.

Es ist unglaublich schön für uns zu sehen, wie Marell sich in den letzten Monaten entwickelt hat. Wir wollen den Dank an die vielen Spenderinnen und Spender weiterleiten, die Marell in den schweren Stunden unterstützt haben. Es scheint nun wirklich bergauf zu gehen.

Wenn Sie auch Teil einer wunderbaren Geschichte werden wollen und unsere „Helfern-helfen-Kampagne“ unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende für den Tierschutz!

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Kommentare

Antje schreibt () :

Hallo,
auch wir haben letztes Jahr eine 5 jährige Stute gekauft, welche auf einem Auge wahrscheinlich blind ist. Sie war in einem Schlachttransport und ihr 1 jähriges Fohlen stand
daneben. Daß sie auch noch mal trächtig war, war damals noch nicht ersichtlich. Seit dem 5. September ist nun das Fohlen da. Bisher stemmen wir das alles finanziell selbst, wären aber auch für Hilfe dankbar.
Grüße aus Erlangen
Antje

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Admin schreibt () :

Liebe Antje,

gern kannst du uns einen Förderantrag zukommen lassen. Schicke diesen zusammen mit aussagekräftigen Bildern, einer Kostenaufstellung und allen weiteren Dir wichtig erscheinenden Unterlagen an info@erna-graff-stiftung.de. Wir leiten deinen Antrag an den Vorstand weiter, der dann darüber entscheiden wird.

Liebe Grüße aus Berlin
Hendrik von der EGS

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