Erna-Graff-Stiftung

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Qualzucht – Wenn Schönheit weh tut

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Ein Mops mit hervorquellenden Augen, platter Nase und Kugelkopf

Heute hat die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen zu einem Fachgespräch über Qualzucht im Heimtierbereich eingeladen: ‚Wenn Schönheit weh tut – Qualzuchten bei Hund, Katze und Co.‘. Am Gespräch beteiligten sich die Arbeitsgemeinschaft Qualzucht der Bundestierärztekammer, der Verband für das deutsche Hundewesen (VdH), Juristen, Veterinäre sowie diverse Tierschutzorganisationen. Auch die Erna-Graff-Stiftung, die sich schon länger mit dem Thema Qualzucht befasst, war vor Ort.

In der Werbung, in Berichten über Prominente und im Fernsehen begegnen sie uns immer wieder: winzige Chihuahuas mit kugelförmigen Köpfen, schnaufende englische Bulldoggen oder Möpse mit faltigem Gesicht und hervorquellenden Augen. Was von vielen Menschen als niedlich angesehen wird, ist in Wahrheit eine Qual für die Tiere. Runde, kurze Kopfformen mit fast verschwindender Nase führen bei den betroffenen Hunden zu ständiger Atemnot. Hervorquellende Augen sind ungeschützt und können sogar aus der Augenhöhle herausfallen. In den tiefen Hautfalten kommt es zu Infektionen und Entzündungen.  Es sind Hunde auf die der Begriff ‚Qualzucht‘ zutreffen muss. Trotzdem erfreuen sich solche Rassen immer größerer Beliebtheit. Sie werden als Modeaccessoire oder auch als Statussymbol betrachtet, oder wecken bei ihrem menschlichen Betrachter den Wunsch nach Fürsorge, denn runde Köpfe und große Augen werden als Kindchenschema wahrgenommen. Aber auch andere Hunderassen, Katzenrassen und weitere Tierarten sind durch  Züchtung so verändert, dass ihr Leben nur unter Schmerzen oder verminderter Lebensqualität möglich ist.

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Englische Bulldogge mit platter Nase und extremer Faltenbildung

Zwar untersagt der §11b des Tierschutzgesetzes die Zucht von Tieren bei denen Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Doch ein Blick in die Praxis zeigt, dass ein Zuchtverbot solcher Tiere nicht immer leicht umzusetzen ist. Eine der Fragen in dem heutigen Fachgespräch war daher, wo politischer und rechtlicher Nachbesserungsbedarf nötig und möglich ist.

Die Erna-Graff-Stiftung sieht auch in der Aufklärung und Information eine zentrale Säule in der Bekämpfung von Qualzuchten. Daher haben wir auch in der Vergangenheit bereits Vorträge zum Thema organisiert und begleiten Gerichtsverfahren medial.

Mit detaillierten Informationen zu von Qualzucht betroffenen Tierarten sowie zur Rechtsgrundlage und Eingriffsmöglichkeiten im Rahmen des Tierschutzgesetzes auf unserer Homepage werden wir unser Engagement gegen Qualzucht weiterführen.

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