Rührende Tierrettung: Eine Handvoll Hase

Noch winzig klein war der junge Hase

Ein dringender Hilferuf des Waldkindergartens der Berlin British School erreichte uns heute. Spielende Kinder hatten ein hilfloses Hasenkind gefunden. Die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz bedankt sich bei den Kindern des Kindergartens, die so aufmerksam waren und das Kleine unter ihrer Schaukel entdeckt haben.

Sie haben es auch nicht gleich angefasst und hochgehoben, sondern sofort die Erwachsenen geholt. Natürlich wussten alle, dass Wildtiere nicht einfach mitgenommen werden dürfen. In diesem Fall war das Versteck aber ganz schlecht gewählt: ein belebter Spielplatz und noch dazu die Stelle direkt unter der Kinderschaukel. Und eines wurde gleich deutlich: ein Hinterbeinchen stand ab und war seltsam nach schräg oben verbogen. Der Verdacht war dann auch gleich, dass vielleicht doch schon jemand drauf getreten war und es verletzt hatte.
Die Finder und alle an der Rettung Beteiligten waren aber zuversichtlich, dass hier ein Tierarzt helfen kann. Rat wurde gesucht, viel telefoniert und auch eine Pflegestelle bei einer hasenkundigen Tierschützerin war schnell gefunden worden.
Bommel, Bommeline, Klopfer, Klopferine oder Mümmelchen hätte es heißen sollen, das Hasenkind.

 

Hiobsbotschaft beim Tierarzt

Aber dann beim Tierarzt gab es eine schlimme Erkenntnis: Nicht nur das eine, sondern beide Hinterbeinchen waren so schlimm verkrüppelt und verdreht, dass es sie nie zum Laufen oder zum Hoppeln benutzen können würde. Ein Geburtsfehler offenbar, keine Verletzung. In seinem kurzen Leben war es wohl auch nicht ausreichend versorgt worden und war kaum noch bei Bewusstsein. Daher wurde entschieden, es zu erlösen.

Leider hat es der Kleine nicht geschafft

Die Trauer ist groß. Den Kindern konnten wir immerhin zeigen, dass die Erwachsenen sich auch für so eine kleine Handvoll Leben einsetzen und kein Weg zu lang und keine Zeit zu schade ist, um dafür Hilfe zu finden.
Ein kleiner Feldhase war es, wohl gerade mal 2 oder 3 Tage alt geworden. Als die Finder sich an die Erna-Graff-Stiftung gewendet haben, dachten wir alle noch, wir hätten da ein kleines Wildkaninchen vor uns. Als Babys sehen sie sich ja wirklich noch recht ähnlich, die Jungen von Hase und Kaninchen, aber die Zweifel waren bald ausgeräumt: es war ein wirklich ein Feldhasenbaby.
Feldhasen in Berlin? Das hat uns verblüfft. Hasen würden wir in der offenen Feldlandschaft erwarten und nicht so nahe bei unseren Häusern. Schließlich hat der Nabu 2011 festgestellt: „Hasen wird man in der Stadt vergebens suchen, sie sind typische Tiere der Agrarlandschaft.“ (Naturschutz heute 1/11). Ein guter Grund für uns, sich mit dem Berliner Hasenvolk näher zu beschäftigen und durch die Weitergabe von Information auch zu ihrem Schutz beizutragen. Zum Steckbrief der Neuberliner geht es hier.

Damit wir uns weiterhin in der Tierrettung engagieren können, brauchen wir Ihre Hilfe!

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