Teo Dorant und der Stinkewettbewerb von Corinna Wieja und Sabine Straub

Gewinnen ist Ehrensache!

Wettkämpfe können ganz schön deprimierend sein. Vor allem, wenn man selbst immer Verlierer ist. Oder noch schlimmer: Wenn man an dem wunderschönen Musikwettbewerb gar nicht teilnehmen kann – weil man ganz und gar unmusikalisch ist.

Theo Dorant und der StinkewettbewerbCorinna Wieja erzählt in ihren beiden Kinderbüchern rund um das Stinktier Teo Dorant vom Gewinnen und Verlieren und davon, dass Freundschaft und Zusammengehörigkeit viel wichtiger sind als ein gewonnener Wettbewerb. Das Wichtigste aber ist, anzuerkennen, dass jeder etwas Anderes gut kann, und dass man sich deswegen respektieren sollte.

König Derius, der majestätische Hirsch, ist der Herrscher im Grüne-Bäume-Wald, und da er besonders gern Reden hält und richtig gut Pokale verleihen kann, veranstaltet er einmal im Jahr eine Preiselbeerolympiade. Und wer den schönen Pokal, gefüllt mit köstlichsten Preiselbeeren und die Kleeblattmedaille gewinnen möchte, der muss der Beste in einer der drei klassischen Disziplinen Früchtesammeln, Schwimmen und Laufen sein. Die Gewinner sind jedes Jahr dieselben: Johannis Bär, ein Waschbär und Teos bester Freund, der so gut Preiselbeeren sammeln kann wie kein anderer, den zweiten Wettkampf gewinnt Rhabarbera Biber, denn niemand kann so gut schwimmen wie die Biberdame und beim Laufen ist immer wieder Karlotte Kaninchen die Schnellste- wer sonst?

Teo ist leider in keiner Disziplin erfolgreich und jedes Jahr aufs Neue der Allerletzte. Selbst die Schnecke Schnella überholt ihn beim Laufen noch, weil er auf dem Boden rollenden Kastanien ausrutscht. Kein Wunder, dass er völlig niedergedrückt die Olympiade verlässt: „Mit hängendem Puschelschwanz trottet Teo verdrossen im langsamsten Stinktiertempo davon. Wieder einmal ist er Letzter geworden. In seinen Augen glitzern Tränen.“

Auf dem Rückweg mit seinen Freunden entdeckt Teo aber, dass auch er eine einzigartige Fähigkeit hat: Mit seinen Spezial-Stinkbomben-Pupsen schlägt er den Puma Amup in die Flucht, der Appetit auf „saftige Waldtierhäppchen“ hat und rettet damit seine Freunde.

Theo Dorant und die Pups-Po-SauneZum Dank möchte ihm König Derius einen Wunsch erfüllen, und Teo wünscht sich einen Stinkewettbewerb. Und bei diesen Wettkämpfen hat wirklich jeder seinen Spaß, denn wer möchte sich nicht einmal gerne im Matschspritzen, Blubberpupsen oder im Stinkbombenweitwurf versuchen? Und wer dieses Mal gewinnt, ist eine große Überraschung!

Auch bei seinem zweiten Abenteuer beweist Teo, dass seine Stärke Einfallsreichtum ist. Das Musikfest auf der Waldbühne scheint auszufallen, weil Unbekannte alle Instrumente gestohlen haben. Und wieder ist es Teo, der die rettende Idee hat: Man braucht gar keine Instrumente, um Musik zu machen!

Jedes Tier macht nach eigener Art Geräusche: Schnella Schnecke bläst in ihr Schneckenhaus, das ähnlich klingt wie ein Horn, Wühli Wildschwein spielt auf einem Baumstamm-Xylofon, das Grauhörnchen Erasnus rasselt mit Nüssen und Karlotte Kaninchen trommelt mit ihren Hinterläufen. So entsteht ein wunderschönes Konzert. Und auf dem Nachhauseweg kann mit dieser Gemeinschaftsmusik sogar wieder der Puma Amup vertrieben werden.

Und die Instrumente?

Ja, die haben zwei unmusikalische Dachskinder gestohlen, weil sie selbst keine Chance gehabt hätten, den Glockenblumenpokal mit Preiselbeeren zu gewinnen, den sie doch sooo gerne gehabt hätten.

Jedes Kind, das bei sportlichen Schulwettkämpfen keine Chance zum Gewinnen hat, aber jedes Jahr aufs Neue teilnehmen muss, kann Teo Dorant verstehen: Es ist nicht schön, immer der Letzte zu sein. Aber gerade er als Außenseiter kommt auf die Ideen, die alle Bewohner des Grüne-Bäume-Waldes wieder vereinen.

Corinna Wieja macht in ihren Büchern den jungen Lesern und Leserinnen ab fünf Jahre Mut, sich der eigenen Stärken und Talente außerhalb der geforderten Norm bewusst zu werden. Denn wer seine Talente genau kennt und zu schätzen weiß, wird auch von den Anderen wertgeschätzt.

Der Autorin sind zwei unterhaltsame Bücher mit ernster Botschaft gelungen. Erfreuen können sich auch erwachsene (Vor-)Leser an den phantasiereichen Wortneuschöpfungen und an den sprechenden Namen der Tiere, die durch die lebendigen bildlichen Darstellungen von Sabine Straub schnell zu engen Freunden werden.

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TIPP ZUM BUCH

Die beiden Geschichten sind auch sehr gut zum Vorlesen in der Gruppe geeignet, denn es kommen richtig viele Geräusche, Gerüche und Geschmäcker vor, die von den jungen Zuhörern nachgeahmt oder kommentiert werden können.

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Corinna Wieja, Sabine Straub

Teo Dorant und der

Stinkewettbewerb

Kerle-Verlag

7,99 €

ISBN: 978-3-451-71169-5

 

Teo Dorant und die Pups-Po-Saune

Kerle-Verlag

7,99 €

ISBN: 978-3-451-71203-6

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