Tierschutz hört nicht bei Stadttauben auf

Findelkind in der Stiftung gut aufgehoben

Sie ist wohl zwischen zwei und drei Wochen alt – und soooo niedlich!

Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Alexandra Nietsch hat heute 5810A003Morgen am Bahnhof Südkreuz diese Stadttaube vor dem sicheren Tod bewahrt. Der Vogel stand nah des Abgrundes zu den Gleisen, flugunfähig und allein. Ein hektischer Fußtritt, ein Luftzug einer einfahrenden S-Bahn hätten gereicht und die Kleine wäre abgestürzt.

Taubenküken müssen mindestens 22 Tage im Nest verbringen, drei Mal täglich werden sie mit Aufzuchtsfutter versorgt.

„Wenn ein Küken in diesem Alter aus dem Nest fällt, noch dazu auf einem Bahnsteig, dann hat es keine Chance“, kommentiert Dr. Alexandra Nietsch. Das die Tauben-Mama ihr Kleines am Boden nicht weiterfüttern kann, scheint klar. Vogelküken in der Natur, sollten übrigens lieber nicht mitgenommen werden. Hier können sich die Vogeleltern eigentlich noch immer um die Nachkommen kümmern. „Hilfe benötigen nur aus dem Nest gefallene unbefiederte Jungvögel, verlassene und verletzte Vogeljunge“, schreibt zum Beispiel die Tierärztekammer Niedersachsen.

In den nächsten Stunden wird das Küken nun von Ehrenamtlichen des Vereins „Stadtvogel e.V.“ abgeholt, die sich bereits um viele Findlinge aus ganz Berlin kümmern.

Aktualisierung vom Nachmittag:

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Taubenschutz beim Stadtvogel e.V.

Unsere kleine Stadttaube hat nun ein neues zu Hause!

Doris Buchholz vom Berliner Stadtvogel e.V. hat das Fundtier eben übernommen. „Nun gibt es ersteinmal Wasser und Futter. Zwei Wochen braucht die Kleine wohl in Wasser eingeweichte Schälerbsen, dann gibt es weitere zwei Wochen eingeweichte Erbsen.“ Der Vogel kommt in die „Baby-Voliere“, damit gut kontrolliert werden kann, ob er isst und trinkt. Danach geht es in die Jungtauben-Voliere. Später geht es in einen der betreuten Taubenschläge in Berlin. „Vermutlich aber erst im Frühjahr, wenn die Kleine wirklich aus dem Gröbsten heraus ist“, so Doris Buchholz.

Dankbar über unsere Rettungsaktion zieht sie davon: „Die ist aber auch besonders niedlich“, kommentiert auch sie.

Tierschutz hört nicht bei Stadttauben auf.
Unsere Arbeit für den Tierschutz lebt von Ihren Spenden!

Berlin, 27. November 2015 / fb

Kommentare

Brigitte Oettl schreibt () :

Warum Schälerbsen? Mehrkornbrei – bzw. eingeweichte Mehrkörnermischung. Wieso nur Erbsen?

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