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Tierversuche in Tübingen erfordern klare Konsequenzen

Regierungspräsidium hat Wideruf der Tierversuche nur erwogen

Das Regierungspräsidium Tübingen hat auf den Brief unseres Vorsitzenden Dr. Eisenhart von Loeper reagiert, der sich erneut gegen die tief beschämenden, qualvollen Tierversuche an Affen am Max-Planck-Institut in Tübingen einsetzt. Zwar gesteht das Regierungspräsidium zu, es habe bei einer Genehmigung von Tierversuchen deren Widerruf erwogen, es habe aber davon abgesehen, weil das Institut „die betreffenden Versuche nicht weiter verfolgt“.

Affen Makaken 1

Makaken-Affen in Freiheit.

Das klingt wie eine Wetteransage, die morgen wieder anders sein könnte. Es wird also die Genehmigung weder widerrufen, noch auf anderem Wege die verbindliche Beendigung der Tierversuche festgelegt. Die Behörde bleibt damit im Nebel und entzieht sich dem öffentlichen Informationsinteresse, ob eindeutig und endgültig eine Fortsetzung der die Affen sehr belastenden Versuche ausgeschlossen ist.

 

Das Regierungspräsidium weicht auch gegenüber unserem erhobenen Einwand aus, dass die beschuldigten Experimentatoren, welche die Voraussetzungen der Genehmigung krass überschritten haben, im gesetzlichen Sinne „Bedenken gegen ihre Zuverlässigkeit begründen“. Wer unsere nächsten biologischen Verwandten gewaltsam betäubt und der Verzweiflung und Panik im Affenstuhl aussetzt, hat doch menschlich in hohem Maße versagt. Solche mangelnde persönliche Eignung der Beschuldigten muss dann aber auf alle ihre Versuche durchschlagen, die sie noch zu verantworten haben. Das Grauen der gefilmten Tierversuche ist zu krass, tief beschämend und der unverzüglichen Umkehr bedürftig, als dass wir uns mit allgemeinen, letztlich ausweichenden Rechtfertigungsversuchen und blanken Versprechungen etwas vormachen lassen dürfen.

eisenhart-loeper

Dr. Eisenhart von Loeper, Nagold,

e.vonloeper(at)t-online.de,

Tel. 07452-4995, mobil 0174-5912495

 

Medien:

SWR

Affenversuche weiter erlaubt

Schwäbisches Tagblatt

Tierversuchs-Prüfung durch das Regierungspräsidium dauert an

Focus

Tierversuche an Affen zunächst weiter erlaubt

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6 Comments

  1. Achtermeier Cindy20. Januar 2015 at 14:50

    Das ist ja wohl das allerletzte wie sich das Regierungspraesidium gegenueber euch und vor allen Dingen den armen Tieren gegenueber verhaelt bitte kaempft weiter fuer die armen Tiere diese Quaelerei muss ein schnelles Ende haben geht bitte noch eine Stufe hoeher bis ihr an einen Menschen mit Herz trefft der dieser Quaelei endlich ein Ende setzt ich druecke ganz doll die Daumen dafuer das es bald klappt

    • Admin20. Januar 2015 at 14:57Author

      Danke für Dein Kommenar. Wir bleiben dran, versprochen!

  2. Petitionsseiten und Tierschutzangelegenheiten - Seite 54521. Januar 2015 at 06:57

    […] […]

  3. Bettina Binder21. Januar 2015 at 11:45

    Ich kann mich nur nachdrücklich meiner Vorrednerin anschließen. NICHT NACHLASSEN!

  4. Jocelyne Lopez26. Januar 2015 at 14:44

    zu Ihrer Hintergrundinformation:

    – Anfang Dezember 2014 haben 5 Bürger bei verschiedenen Staatsanwaltschaften die gleiche Strafanzeige gegen die Behörde Regierungspräsidium Tübingen erstattet, wegen Tatvorwurf der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei der Genehmigung der Affenversuche am MPI.

    Text der Strafanzeige:

    http://www.jocelyne-lopez.de/pdfDateien/Strafanzeige_Tuebingen.pdf

    – Mit Verfügung vom 14.01.2015 hat die Staatsanwaltschaft Tübingen die Strafanzeige einer Bürgerin eingestellt, siehe:

    http://www.jocelyne-lopez.de/pdfDateien/Einstellung_Anzeige_Tuebingen_14_01_15-o.pdf

    – Am 19.01.2015 hat die Bürgerin eine Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wegen Einstellung der Strafanzeige eingereicht, siehe:

    http://www.jocelyne-lopez.de/pdfDateien/Beschwerde%20Generalstaatsanwaltschaft%20Stuttgart%20Tuebingen_19_01_15-o.pdf

    Diese Informationen stehen für eine etwaige Verwendung von Ihnen frei zur Verfügung.

    Insbesondere verweise ich auf zwei Argumente, die m.W. noch nicht gegen die Behörde verwendet wurden:

    – TierSchG § 7 a (5) 1:
    Ein Tierversuch ist abzuschließen, wenn keine weiteren Beobachtungen mehr für den Tierversuch anzustellen sind.
    Die Forscher in den Forschungsstandorten München, Berlin und zuletzt Bochum, die über Jahrzehnte hinweg solche Versuche mit Makaken in der Hirnforschung durchgeführt haben, haben diese Versuche abgeschlossen, weil keine weiteren Beobachtungen mehr für solche Tierversuche anzustellen waren. Es ist dementsprechend wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, dass die Forscher in Tübingen weiterhin die Hirnfunktionen von Makaken erforschen, die nach mehreren Jahrzehnten hinreichend bekannt sind und zu keinen weiteren Beobachtungen führen können. An der Uni Bochum wurde zum Beispiel die Hirnfunktionen von Makaken über 22 Jahre ununterbrochen mit dergleichen Forschungsmethode erforscht, bis die Versuche im August 2012 endgültig eingestellt wurden, ohne jegliche brauchbare Erkenntnisse für die Humanmedizin.
    .
    .
    § 7 a (2) 1 TierSchG:
    Der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist bei der Genehmigung von Tierversuchen zu Grunde zu legen. Der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist seit Jahrzehnten in der nationalen und internationalen Fachwelt nachgewiesen: Tierversuche sind für die Humanmedizin unbrauchbar, weil ihre Ergebnisse nicht auf Menschen übertragbar sind.
    Es ist an der Zeit, dass die Behörde diese wissenschaftlichen Quellen anerkennt, zum Beispiel vom Ärzte gegen Tierversuche e.V. oder von Antidote Europe.

  5. Jocelyne Lopez27. Januar 2015 at 06:16

    Weitere Hintergrundinformationen wegen angedachter Vorgehensweise von Bürgern auf der Schiene der Strafanzeige gegen die genehmigende Behörde Regierungspräsidium Tübingen wegen Vorwürfen der Verstöße gegen TierSchG:

    1. Wenn die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart die Einstellung der Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft bestätigt, dann Beschwerde an den Justizminister Baden-Württemberg.

    2. Wenn der Justizminister Ba.-Wü die Einstellung der Strafanzeige bestätigt, dann Einreichung einer Petition nach § 17 GG an den Landtag Ba.-Wü.

    3. Wenn der Landtag Ba.-Wü. die Petition abweist, dann Einreichung einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wegen Verletzung der Grundrechte nach Art. 1 und 19a GG, sowie wir es schon im Fall COVANCE in einer Beschwerde vom 16.01.2015 an den Justizminister NRW herausgearbeitet haben:

    http://www.jocelyne-lopez.de/pdfDateien/Beschwerde_Kutschaty_COVANCE_16_01_15-o.pdf

    Im Fall COVANCE in NRW sind wir schon bei unserer Systematik auf der Ebene einer Petition beim Landtag NRW, die aktuell geprüft und entschieden werden soll.

    Diese Systematik im öffentlichen Recht, die wir seit 2 Jahren in NRW konkret durchziehen, wurde uns anläßlich eines Seminars zum Einklagen von Tierrechten von dem Tierschützer und Tierrechtler Gerhard Oesterreich beigebracht:

    http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2014/08/in-gedenken-an-den-tierschuetzer-und-tierrechtler-gerhard-oesterreich/

    Wir sind zuversichtlich, dass auf eine der beiden Schienen (ihre Strafanzeige gegen MPI und unsere Strafanzeige gegen Regierungspräsidium Tübingen) dieser Barbarei ein Ende gesetzt wird. Zusammen sind wir stark! 🙂

    Liebe Grüße
    Jocelyne Lopez und viele Mitstreiter

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