Keine Erbarmen für Gnadenhof-Tier: Kuh Belinda soll sterben

Seit fast 10 Jahren lebt Kuh Belinda (25) auf dem Gnadenhof von Monika Schläger in Frechen. Sie gilt als eine der ältesten Kühe in ganz Nordrhein-Westfalen. Nun soll die alte Dame aber sterben. Der Grund: bei ihr wurde Rinderherpes festgestellt. Dieses Virus ist für andere Kühe ansteckend, daher werden infizierte Tiere getötet, um eine Ausbreitung auf die gesamte Herde zu verhindern. Doch Belinda gehört zu keiner Herde und stellt so keine Gefahr für andere Tiere dar. Trotzdem soll sie nach dem Willen der Behörde getötet werden. Die Besitzerin kämpft nun auf rechtlichem Wege für das Weiterleben ihres Tieres.

Kuh Belinda ist Liebling der Kinder auf dem Gnadenhof

Idyllisch ist es auf dem Hof von Monika Schläger. Neben einigen Pferden leben hier Lamas, Schafe, Gänse, Hunde, Katzen und eben auch die Kuhdame Belinda. Als der benachbarte Milchbetrieb vor einigen Jahren geschlossen wurde, sollte sie geschlachtet werden, doch Monika Schläger bewahrte die Kuh vor diesem Schicksal und gewährt ihr seitdem das Gnadenbrot auf ihrem Hof. Für die Kinder, die täglich zu Besuch auf dem Hof sind, gehört Belinda zu den absoluten Lieblingen, ist die betagte Kuh doch absolut freundlich, verschmust und behutsam im Umgang.

Eine Routineuntersuchung Ende Oktober vergangenen Jahres trübte plötzlich die Idylle. Belinda wurde positiv auf das Virus BHV1, das sogenannte Rinderherpes, getestet.  Das Virus sorgt bei Kühen für Entzündungen im Geschlechtstrakt und somit für eine gestörte Fruchtbarkeit sowie eine verringerte Milchleistung. Für Menschen und andere Tiere droht keine Gefahr der Ansteckung. Und auch der Kuh selbst entsteht kein nachhaltiger Schaden, aber ein infiziertes Tier trägt das ansteckende Virus ein Leben lang in sich. Für Agrarbetriebe kann eine erkrankte Kuh, die weniger Milch gibt, daher einen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Nach Auffassung des Veterinäramtes sollen Gebiete, die vom BHV1-Virus betroffen sind, gegenüber BHV-1-freien Gebieten Vermarktungsnachteile haben, die die Konkurrenzfähigkeit gefährden und so zu erheblichen Verlusten für die betroffenen Viehwirtschaften führen. Daher sind die einzelnen Bundesländer seit längerer Zeit intensiv darum bemüht, den Herpesvirus auszurotten, um so den Status „BVH-1-frei“ zu erlangen. Dies wird angestrebt, indem zum einen ein Impfverbot erlassen wurde, zum anderen eine Tötungspflicht aller betroffenen Rinder angeordnet wurde. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Tötung der Tiere, welche beschönigend als „Entfernung des Reagenten“ und „Sanierung des Tierbestandes“ umschrieben wird, bis zum 31.12.2015 angeordnet. Diese Frist galt auch für Kuh Belinda. „Dieses Vorgehen ist völlig überzogen.“, empört sich ihre Besitzerin. „Belinda ist kein Nutztier. Sie soll keine Milch geben, soll auch nicht mehr kalben und wird nicht weiter verkauft. Sie lebt nicht in einer Herde in einem Agrarbetrieb, wo Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht. Ich halte Belinda aus Tierliebe, weil ich möchte, dass sie auf meinem Hof einfach nur in Ruhe leben kann.“ Dennoch lehnte das Veterinäramt in Bergheim eine Ausnahme für Kuh-Oma Belinda ab und drohte ihrer Besitzerin ein Bußgeld von bis 30.000 Euro an, wenn sie die Kuh nicht töten lässt. „Herzlos!“, findet die betroffene Besitzerin und bekommt dabei Rückendeckung von Belindas betreuendem Tierarzt Bernd Schulze-Zumloh. Dieser weigerte sich das alte Tier einzuschläfern, da er dafür keinen Grund sieht.

Hilfe fand Monika Schläger in ihrem Kampf um Belindas Leben auch bei dem bekannten Anwalt Rolf Kemper aus Berlin.  Er hat alle Verfügungen des Veterinäramtes, nach denen Belinda bereits Ende 2015 tot hätte sein sollen, angefochten. In seinem Widerspruch gegen die Tötung der Kuh stellte Kemper fest: Alle durch das Veterinäramt auferlegten Schutzmaßnahmen wurden nach Bekanntwerden der Infektion umgesetzt. Andere Tiere sind nicht gefährdet. Auf dem Hof gibt es außer einem Ochsen, der bisher geimpft wurde und separiert von Kuh Belinda steht, keine Tiere, die infiziert werden können. Da der Ochse geschützt

Belinda bekommt auf dem Hof ihr Gnadenbrot

ist vor dem Virus, ist eine Ansteckung innerhalb des Hofes auszuschließen. Einer indirekten Übertragung nach Außerhalb durch Personen ist ebenfalls vorgebeugt, da mittlerweile nur noch die Besitzerin und ihre beiden Töchter zu Belinda gehen und diese sich an die hygienischen Anforderungen halten. Daher ist Belindas Infektion keine Gefahr für die Viehwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, denn es handelt sich bei ihr um kein Nutztier in einem größeren Bestand, sondern um ein einzeln gehaltenes Tier, das keinen Einfluss auf andere Bestände hat.

Eine Tötung der Kuh ist aus rechtlicher Sicht also völlig überzogen und unnötig, daher sogar eine nach § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz strafbare Handlung. Die Behörde hat deshalb keinen Ermessensspielraum, vielmehr durfte sie auf keinen Fall die Tötung von Belinda anordnen. Dennoch stellt sich das Kreisveterinäramt stur, pocht weiterhin auf die Tötung des Tieres und setzt Monika Schläger mit der Festsetzung eines Zwangsgeldes von 1000 Euro zusätzlich unter Druck. Dennoch lässt sich Belindas Besitzerin nicht einschüchtern:  „Ich werde mit allen Mitteln dagegen angehen, dass jemand, der mein Tier nicht mal kennt, darüber bestimmen soll, wann sie stirbt. Sie hat doch eh nicht mehr lang zu leben, da sollte man ihr die letzten Monate in Frieden gönnen. Ich werde dafür kämpfen, dass Belinda weiterleben darf.“, so Monika Schläger entschlossen.

Solange noch nicht über den Widerspruch entschieden ist, darf Belinda nicht getötet werden. Der Kreis Rhein-Erft hat sich des Problems entledigt, indem er die vorgebrachten Widersprüche an die höher geordnete Behörde, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, abgegeben hat. Auch wurden trotz gesetzlicher Verpflichtung mehrere für das rechtliche Verfahren wichtige Fragen nicht innerhalb der vorgegebenen Frist beantwortet. Von bereitwilliger Kooperation seitens der Behörde kann also nicht die Rede sein. Und so geht das Tauziehen um Belindas Leben weiter.

Update (15.8.2016): wie uns mitgeteilt wurde, ist Belinda kürzlich aufgrund ihres hohen Alters verstorben.

Kommentare

ilona bucher schreibt () :

Bitte lasst Belinda leben!!!

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Plüschke schreibt () :

Lasst sie leben !!!

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Alica Peitz schreibt () :

Lasst sie nicht sterben!

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Melanie schreibt () :

Jeder hat Recht auf Leben. Mensch und Tier gleichermassen.

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Angelika Wohlfarth schreibt () :

Bitte lasst Belinda leben! Sie stellt keine Gefahr für Menschen oder andere Tiere dar und es ist herzlos, sie zu töten!

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Petra Jonke schreibt () :

Lasst Belinda leben!!!!!!!!!!!

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Edith Molocher schreibt () :

Belinda soll in Ruhe Ihren lebensabend verbringen dürfen !!!

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schwarzer schreibt () :

Da keine Gefahr besteht sehe ich keinen Grund das Belinda sterben soll. Unsere verbohrten Beamte sollen mal das Hirn einschalten und logisch nachdenken .

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Harald schreibt () :

Das ist wieder mal so typisch für unsere Beamten. Belinda soll in Ruhe ihren Lebensabend verbringen können.

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Beate schreibt () :

Ich habe auch Herpes – wie Millionen oder Milliarden von Menschen weltweit ebenfalls.
Werde ich nun auch umgebracht?

Und wer im Kreisveterinäramt hat ebenfalls Herpes?

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Jason schreibt () :

Leben lassen!

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Inge Golden schreibt () :

tja, Beate, jetzt müssen wir dich leider auch töten 😉

Aber gibt es denn keine weitere Möglichkeit, wie man für Belinda kämpfen kann? Der Artikel ist wohl auch schon älter, ist das überhaupt noch aktuell? Wenn ja, hat jemand die Kontaktdaten des zuständigen Veterinär-Amtes, dann schreiben wir denen einfach unsere Meinung per eMail…

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Admin schreibt () :

Ja, das ganze ist noch aktuelle, der Artikel ist vom 29.2.2016 🙂

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Maike schreibt () :

Bitte lasst sie leben! Menschen mit Herpes stecken auch andere Menschen an und werden deswegen nicht getötet

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Nicky schreibt () :

bitte lasst sie am leben !

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Juppi schreibt () :

Woher nimmt dieses Amt nur seine Energie, ein so friedliches Wesen aus dem Leben zu nehmen? Es gibt wirklich katastrophale Zustände anderswo, dort wird ein kundiger Veterinär gebraucht!

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Kim Ro schreibt () :

Menschen werden auf Grund einer Krankheit auch nicht “ abgeschafft“, sondern behandelt etc. !

Leben und leben lassen !!

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Kim Ro schreibt () :

Leben und leben lassen !!

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Brigitte Büchner schreibt () :

Bitte laßt Belinda leben. Es besteht durch sie keine Gefahr für die Viehwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Sie soll bis zu ihrem natürlichen Ende den Rest ihres Lebens auf dem Gnadenhof verbringen dürfen.

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Tom schreibt () :

Ich bitte auch darum Gnade vor Recht ergehen zu lassen.

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Tina schreibt () :

Wie immer geht es um den wirtschaftlichen Schaden der entstehen könnte. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich…….

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Tess von Ruhren schreibt () :

Bitte lasst sie leben!! Es geht keine „Gefahr“ von ihr aus. Alle Gefahr geht immer vom Menschen aus – wie sich hier wieder bestätigt.

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Nasim schreibt () :

Bei sogenannten Nutztieren zeigt das Veterinäramt nie Herz, selbst nicht, wenn kein anderes Nutztier gefährdet ist. Da wird alles den Vorschriften untergeordnet. Ich finde das eine Schande und hoffe inständig, dass Ihr es schafft, Belinda zu retten! Sie ist doch die älteste Kuh NRWs! Sie gefährdet niemanden, da sind so manche Haustiere, die frei herumlaufen mehr geährlich, als sie…
Alles, alles Gute aus Bayern!

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Carmen Tischler schreibt () :

Lasst sie bitte leben

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Elena schreibt () :

Die sollen die doch einfach leben lassen!
Sie stellt doch keine Bedrohung da!ich versteh das Problem nicht!? Ich töte doch auch keinen der im Bett liegt krank ist und somit keinen anstecken kann!
Die sollen sich mal um richtige Dinge kümmern!!!

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Anita schreibt () :

Das ist mal wieder typisch für Ämter und Beamte. Was spricht dagegen der armen Kuh ihren Lebensabend in ruhe auf dem Hof zu verbringen??? Alle Auflagen die von der Besitzerin erfüllt werden sollten sind erfüllt worden !!! Und jetzt soll sie doch getötet werden obwohl sie keine Gefahr für nichts und niemanden ist. Wenn ich sowas höre und sehe könnte ich einfach nur k…..!!! Sollen sich lieber um Tiere kümmern denen es wirklich schlecht geht. Aber da dauert es manchmal Jahre. Man sollte fast denken sie hätten nichts besseres zu tun. Lasst sie doch einfach noch die paar Tage die sie hat friedlich verleben so wie sie es verdient hat.

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Viola Kuster schreibt () :

So ein Stuss, natürlich soll Belinda leben. Amts-Veterinäre sind eher Amtsschimmel, nur Paragraphen zählen aber nicht die Lebewesen, dazu könnte ich Romane schreiben. Eigentlich sollte man sie Tierquäler-Schützer nennen, das ganze System ist krank.

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Marion Steger schreibt () :

Gib einen kleinen Arsch Macht und er wird sie gegen dich ausspielen !

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Alf Klimesch schreibt () :

wieder eine Entscheidung von den “ Herrgöttern“ in bundesdeutschen Amtsstuben. Leider sind die meisten mit Dummheit infiziert

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Margot Lächele schreibt () :

hallo, lasst belinda leben. Sie hat Euch ja nichts getan. Achtung vor jedem Lebewesen!

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Anita Schaller schreibt () :

vielleicht sollte das Vet Amt mal so konsequent sein wenn es um Tierquälerei geht…ich halt absolut null von den Vet Ärzten…die sind total ungeeignet für alles….ignorant und gelangweilt….nie sind sie dort wo sie wirklich gebraucht werden….

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Angela schreibt () :

Bitte lasst sie leben. Zeigt doch einmal Herz! Vergesst doch mal eure Paragraphen und seid einfach nur Mensch. Danke!

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Sabine Adler schreibt () :

Wenn der Amtsschimmel laut wiehert…….warum haben die immer nur Granit, wo andere ein Herz haben?
Wenn Belinda doch keine Artgenossen anstecken kann, warum, in Gottes Namen, soll sie den sterben????

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Petra Hohmann schreibt () :

sie soll leben

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Tina Schröder schreibt () :

Bitte bitte lasst dieses arme Tier doch leben, wenn Sie keinen anstecken kann.

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Ralf Hillbrunner schreibt () :

Hin und wieder sollte der gesunde Menschenverstand entscheiden und keine kalten Paragraphen!!! Lasst Sie leben!!!

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Verena bogusz schreibt () :

Hab ein Herz nicht nur für Dich selbst! Im nächsten Leben sieht man sich wider. Dann bist Du die Kuh

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