Wir machen Urlaub – und unsere Katze bleibt zu Hause?

Wir freuen uns auf den Sommerurlaub, aber wohin mit unserer Katze während unserer Abwesenheit? Damit die Urlaubsreise sorgenfrei und entspannt für alle Beteiligten wird, geben wir hier Tipps zur Unterbringung unserer Hauskatzen.

Katzen werden von ihren Menschen eher selten mit in den Urlaub genommen. Auf eine ‚Reisekatze‘ trifft man nur gelegentlich auf Campingplätzen oder in Ferienhaussiedlungen und staunt dann über ihr stählernes Nervenkostüm und die feste Bindung an ihre Menschen, deren Gesellschaft ihr offenbar wichtiger ist als die gewohnte Umgebung.

Mitnehmen oder zu Hause lassen?

Den meisten Katzen aber wird man mit einer Reise wohl keinen Gefallen tun und lässt sie daher besser zu Hause.

In der Regel bleibt die Katze während des Urlaubs ihrer Besitzer in der eigenen Wohnung und wird hier von einem Katzensitter versorgt. Alternativ zieht sie für die Dauer der Urlaubszeit zu Freunden oder Familie der Halter um oder aber wird in einer Tierpension betreut.

Wir geben Tipps dafür, was beachtet werden sollte.

Katze bleibt in der Wohnung und wird hier von einem Katzensitter versorgt?

In den eigenen vier Wänden bleiben zu können, ist für die meisten Katzen sicherlich die beste Lösung. Zum Verlust des vertrauten Menschen kommt dann nicht auch noch der Stress der Eingewöhnung in eine fremde Umgebung. Allerdings ist es nicht für jede Katze schön, wenn der Kontakt mit Menschen auf ein winziges Zeitfenster im 24 Stunden Tag zusammenschrumpft. Lebhafte und junge Tiere würden jetzt sehr unter Vereinsamung und Langeweile leiden müssen.

Zu zweit ist man nicht so allein.

Hält man zwei oder sogar mehr Katzen im Haushalt, ist das alleine bleiben nicht ganz so schlimm.

Damit alles glatt geht:

Vorab: ein gewerblicher Tiersitter braucht wie der Betreiber einer Tierpension eine Genehmigung nach § 11 des Tier­schutz­gesetzes. Nach einem Tiersitter mit Reverenzen kann man sich beim örtlichen Tierheim erkundigen. Auch manche Katzenpensionen bieten Hausbetreuung an.

Idealerweise kennt man den Katzensitter bereits als verlässlichen, katzenerfahrenen und katzenliebenden Menschen. Vor allem dann, wenn man den Katzensitter noch nicht so gut kennt, ist es sinnvoll, seine Aufgaben schriftlich festzuhalten: wie oft soll er kommen, wie viel Zeit bei der Katze verbringen, wie oft die Katzentoilette säubern, etc.. Dazu sollte man auch eine kleine schriftliche Charakterisierung der Katze mit ihren Vorlieben und Besonderheiten anlegen: Hat sie Angst vor lauten Geräuschen? Wo versteckt sie sich gerne? Lässt sie Fellpflege zu (wichtig bei Langhaarkatzen)?

Auch zum Schmusen muss Zeit eingeplant werden!

Für eine gute Vorbereitung auf den kommenden Urlaub, sollte man:

  • gewohntes Futter und Katzenstreu in ausreichender Menge für die Zeit der Abwesenheit einlagern.
  • Futternäpfe in den kühlsten Raum der Wohnung stellen, da sie möglicherweise nur eine Füllung in 24 Stunden bekommen.
  • die Wassernäpfe größer und schwerer wählen als sonst, damit sie nicht umkippen können und auch wirklich immer Trinkwasser zur Verfügung steht.
  • einen zweiten Schlüssel bei Nachbarn, Freunden oder Familie hinterlegen.
  • auch einem guten Nachbarn Bescheid sagen, dass sich jemand um die Katze kümmert.
  • regelmäßige Kontrollbesuche durch Nachbarn/Freunde/Familie vereinbaren.
  • einen ‚Notnagel‘ unter Nachbarn und im Freundeskreis haben, falls der Katzensitter ausfällt.
  • auch im Urlaub gelegentlich erreichbar sein.
  • die Wohnung katzensicher hinterlassen (Kippfenstersicherung, Balkonnetz, keine Giftpflanzen).

Falls ein Notfall eintritt:

Katzen können während sie in der Obhut des Katzensitters sind verunfallen, krank werden, aus der Wohnungstür flitzen, aus dem Fenster fallen oder vom Freigänger-Spaziergang nicht zurückkommen. In diesen Fällen sollte der Katzensitter nicht viel Zeit verlieren müssen, um Hilfe zu bekommen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man

  • Kontaktadressen für den Notfall hinterlegen (Tierarzt mit Öffnungszeiten, Freunde, Familie, Nachbarn).
  • Impfpass und Nachweis für die Registrierung bei einem Haustierregister bereitlegen (auch Wohnungskatzen sollten gechippt und registriert werden).
  • Vermisst-Suchanzeigen als Kopiervorlage anfertigen, so dass nur noch das Datum eingetragen werden muss.
  • falls das Tier nicht registriert ist: Telefonnummer der örtlichen Tiersammelstelle/Tierfundstelle/Tierheim bereitlegen.

Katze zieht zum Katzensitter um und wird von ihm versorgt?

Zieht die Katze zum Katzensitter um, muss sie sich zwar in die neue Umgebung einfinden, hat aber auch mehr Ansprache und Betreuung. Vielleicht kann das schon vor dem Urlaub ein paar Tage lang geprobt werden, so dass alle mal austesten können, wie sie miteinander zurecht kommen.

Zusätzlich zu den oben aufgelisteten Vorkehrungen sollte man

  • unbedingt das Thema Versicherung und Schadensfall ansprechen. Wenn die Katze die neue Umgebung exploriert, kommt sie vielleicht auf gänzlich neue interessante Ideen und macht Dinge, die sie zu Hause nie tut. Die bravste aller Katzen zerkratzt jetzt die Möbel, räumt Regalbretter ab, verunreinigt den Teppich oder benutzt die ehrwürdig alte Yuccapalme als Kletterbaum.
  • kontrollieren, ob die neue Umgebung auch sicher für die Katze ist (Kippfenster, Balkon, giftige Zimmerpflanzen).

Katze wird in einer Katzenpension versorgt?

 Vorab: Der Betreiber einer gewerblichen Tierpension muss eine Genehmigung dafür durch den Nachweis von Sachkunde nach §11 des Tierschutzgesetzes vorweisen.

Um einen Platz in einer Katzenpension muss man sich bereits längere Zeit vor dem Urlaub kümmern, denn nicht nur die Plätze sind begehrt, sondern die Katze muss auch die nötigen Gesundheitsatteste vorweisen können. Welche dies sind und welche Fristen nach Operationen und Impfungen eingehalten werden müssen, muss man unbedingt bereits einige Zeit vor dem Urlaubsantritt erfragen.

Hier sollte man sich darauf einrichten, dass

  • Kater kastriert sein müssen, Kätzinnen eventuell auch.
  • Impfungen gegen Katzenschnupfen-/Katzenseuche überall Bedingung sind, aber eventuell auch Impfungen gegen Katzenleukose und Tollwut gefordert werden.
  • die Katze nachweisbar entfloht und entwurmt wurde.

Eine Pension, die den Nachweis über die Gesundheit ihrer Pensionsgäste nicht einfordert, sollte man nicht in Betracht ziehen.

Alle Tipps hier gelten natürlich  mehr oder weniger vollzählig auch für andere Haustiere!

Viel Spaß im Urlaub!

Text: A. Nietsch 07/17

Kommentare

MI Christel schreibt () :

Dieser Artikel ist äußerst informativ und zudem unterhaltsam geschrieben! Reizende Katzenfotos bereichern den Text.
Herzlichen Dank!

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Sonja Wende schreibt () :

Das freut uns sehr, vielen Dank für das nette Feedback!

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