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Nacktkatzenzucht ist Qualzucht

Verwaltungsgericht weist Klage einer Züchterin ab.

Die Zucht von Nacktkatzen ohne Schnurrhaare ist als Qualzucht anzusehen und verstößt daher gegen das Tierschutzgesetz §11b. Dies hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. Die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz hat die Verhandlung verfolgt und begrüßt diese Entscheidung.

Die Tiere haben aufgrund einer Genmutation keine Schnurrhaare oder andere Tasthaare an Kopf und Körper. Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn ihnen Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder diese untauglich sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Zur Vermeidung der Zucht kann die zuständige Behörde das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen. Das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt des Bezirksamts Spandau untersagte der Klägerin auf dieser Grundlage die Zucht und forderte sie auf, den von ihr gehaltenen Kater „Willi“ kastrieren zu lassen. Hiergegen wandte sich die Klägerin ohne Erfolg.

Die 24. Kammer des Verwaltungsgerichts wies die Klage ab, nachdem sie zuvor ein tierfachärztliches Gutachten eingeholt und den Gutachter in der mündlichen Verhandlung befragt hat. Nach dessen Ausführungen seien Tasthaare ein wichtiges Sinnesorgan, das der Orientierung und der Kommunikation der Katzen diene. Daher sei deren Fehlen als Schaden und Leiden anzusehen.

Die Kammer hat wegen grundsätzlicher Bedeutung der Sache die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zugelassen. Die Klägerin hat angekündigt in Berufung gehen zu wollen.
Wir erwarten nun die Stellungnahmen der Zuchtverbände. Bisher hat sich noch kein Verband zum Urteil geäußert.

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Abgeschlossene Prozesse

Kommentare

Cornelia PflockschVMD schreibt () :

In den USA werden zu Ausstellungen Katzen, Hunden und auch Pferden die Sinneshaare abgeschnitten, damit die Tiere “windschnittiger” aussehen. Da ich diese Praxis ekelerregend fand (ich habe in den USA Tiermedizin studiert), ist mir eine genetische Lösung natürlich lieber, steht allerdings im Gegensatz zum deutschen TSchG, das besagt, dass keinem Tier unnötig Leiden und Schmerzen zugefügt werden dürfen. Nicht zuletzt ist inzwischen das Kupieren von Ohren und Schwänzen verboten (was früher bei Welpen ohne Betäubung durchgeführt wurde, weil so kleine Hunde ja noch keinen Schmerz verspüren!!!).

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