Ihr Datenschutz ist uns wichtig! Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Saisonales Hundeverbot an Schlachtensee und Krummer Lanke nichts weiter als eine rechtswidrige Pseudo-Lösung

Berlin, 14. Januar 2016. Als eine „rechtswidrige Pseudo-Lösung“ hat heute der Vorsitzende der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz, Dr. Eisenhart von Loeper, den gestrigen Beschluss der Bezirksverordneten-Versammlung Steglitz-Zehlendorf zum sogenannten „Hundeverbot“ an den Zehlendorfer Seen bezeichnet. Die Versammlung hatte gestern Abend beschlossen, dass in der Badesaison von Mitte April bis Mitte Oktober keine Hunde mit an Schlachtensee und Krumme Lanke sowie die angrenzenden Uferwege genommen werden dürfen. Außerhalb dieses saisonalen Hundeverbotes sind Hunde an einer bis zu 2 Meter langen Leine erlaubt.

 

Hunde sind am Schlachtensee weiterhin unerwünscht

Bereits im vergangenen Jahr wurde versucht mit einem generellen Hundeverbot an beiden Seen und den Uferwegen die Rechte der Hundehalter einzuschränken. Diese Regelung, die auf Anregung der Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto von den Grünen in Kraft trat, erwies sich aber als rechtswidrig und wurde daher schon 7 Monate später vom Verwaltungsgericht gekippt. Nun der neue Anlauf, der eine saisonale Lösung bieten will. Von Loeper: „Der gestrige Beschluss stellt – wie schon die Vorgängerregelung – die Rechtsgrundlage auf den Kopf. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, Hunde und ihre Halter auch nur für einen Tag von den beiden Seen fernzuhalten. Die Erna-Graff-Stiftung wird nicht hinnehmen, dass eine grüne Bezirksstadträtin weiterhin das Recht nach ihrem Gutdünken auslegt. Daher werden wir die von uns moralisch und finanziell unterstützen Klagen verschiedener betroffener Berliner Hundehalter jetzt noch nachdrücklicher forcieren. Notfalls werden wir bis zum Bundesverwaltungsgericht ziehen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen und die rechtliche Grundlage des Hundeverbotes endgültig per Gericht klären zu lassen.“

 

Der Versuch, Hunde von Schlachtensee und Krummer Lanke fernzuhalten, ist nach Auffassung der Erna-Graff-Stiftung auch Ausdruck zunehmender Hundefeindlichkeit in Berlin. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf beruft sich für das Verbot auf das Berliner Hundegesetz, welches das Mitführen von Hunden an öffentlich gekennzeichneten Badestellen verbietet. Der Begriff der Badestelle wurde dafür vom Amt kurzerhand auf die gesamten Seen sowie die angrenzenden Uferwege ausgedehnt, ohne dass es dafür eine Rechtsgrundlage gäbe.

Zudem wurden in der Vergangenheit Behauptungen seitens der grünen Bezirksstadträtin in den Raum gestellt, die sich als falsch erwiesen haben. Den Hunden wurde neben der Belästigung der Badegäste zur Last gelegt, dass sie die Seen und die angrenzenden Ufer durch Graben sowie Verrichten ihrer Notdurft für die Menschen unbenutzbar machen. Dr. Eisenhart von Loeper dazu: „Nach wie vor fehlt eine kritische Betrachtung der Vorwürfe, die das Verbot des Mitführens von Hunden begründen sollen. Die Behauptung, es gäbe Beweise darüber, dass Hunde die Seen verschmutzen, hat sich als Lüge der Bezirksstadträtin herausgestellt. Dies konnte die Stiftung durch Gutachten  sowie  eine  eingeklagte  Akteneinsicht  deutlich  beweisen.  Zudem  widersprechen  Tierärzte  einer tatsächlichen Gesundheitsgefährdung durch Hunde. Auch deshalb fehlt dem Verbot die rechtliche Grundlage.“

Schließlich tragen die politisch Verantwortlichen mit dem Hundeverbot der eigentlichen Problematik im Grunewald kaum Rechnung. Der Berliner Grunewald ist seit jeher mit seinen mehreren tausend Hektar Wald und der Vielzahl an Seen ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für Touristen, Anwohner und Berliner aus anderen Stadtteilen. Durch das dortige Hundeauslaufgebiet, welches als größtes seiner Art in Europa gilt, ist der Grunewald in besonderer Weise für Hundehalter attraktiv. In den Sommermonaten ist der Andrang der Erholungssuchenden naturgemäß am größten. In Scharen kommen sie in den Grunewald, um in den Seen zu baden, sich am Strand zu sonnen oder am Ufer zu grillen.

Anwohner nutzen die Uferwege gerne zum Gassi gehen

Laut Bezirksstadträtin Markl-Vieto kam es dabei immer wieder zu Konflikten zwischen Menschen mit und  Menschen ohne Hund. Doch gibt es genauso Beschwerden über Jogger und Radfahrer, die keine Rücksicht auf andere Besucher des Grunewalds nehmen. Auch wenn nicht bestritten werden kann, dass das unachtsame Verhalten einiger Hundehalter zu Konflikten mit den Besuchern des Erholungsgebietes führt, liegen solche Konflikte doch nicht alleine und schon gar nicht hauptsächlich an den Tieren. Anwohner beschweren sich zudem massiv über den Unrat, den die Badegäste besonders im Sommer hier zurücklassen. Wenig verwunderlich, immerhin gibt es am Schlachtensee und der Krummen Lanke nur zwei öffentliche Toiletten und viel zu wenig Mülleimer.

All diese Spannungen werden sich nicht lösen, indem man die Schuld allein den Hunde zuschiebt und damit ihren Haltern die Teilhabe an der Gewässernutzung erschwert, ist es doch für die meisten Hundefreunde unvorstellbar, einen entspannten Ausflug an den See ohne ihren Hund zu unternehmen.

Von einer tatsächlichen Lösung des Problems ist man daher noch weit entfernt.

 

Hier können Sie die Pressemitteilung als PDF herunterladen: 2016-01-14, PM Saisonales Hundeverbot

Zurück zur übergeordneten Seite:

Schlachtensee

Schlachtensee

Gemeinsam für ein tolerantes Miteinander am Schlachtensee Die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz setzt sich gemeinsam…

mehr

Jetzt kommentieren:

Copyrights © 2018 Erna-Graff-Stiftung. All Rights reserved.