Bistümer und Landeskirchen zwischen Tierproduktion und Tierschutz

29. November 2025

Kommentar der Erna-Graff-Stiftung zum “Tierschutzranking” der evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümerdurch die Initiative „Will-Kirche-Tierschutz“.

Tierschützer:Innen sind von verschiedensten christlichen wie moralischen Grundgedanken und Ansichten geprägt sind. Das von der Initiative „Will-Kirche-Tierschutz“ veröffentlichte “Tierschutzranking der Landeskirchen und Bistümer muss uns mehr als nachdenklich stimmen

Bereits in der ältesten biblischen Tradition als auch in der evangelischen und katholischen Theologie werden Tiere zweifellos als Mitgeschöpfe des Menschen beschrieben, ohne Unterscheidung zwischen Wildtier, Nutztier und Haustier.

Die Kirchen der EKD haben bereits 1991 biblisch-theologische Perspektiven »Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf« in einem Diskussionsbeitrag zusammengefasst, gefolgt von mehreren anderen pioniermäßig herausragenden tierethischen Studien aus verschiedenen Landeskirchen.

Hier wurde die Gemeinsamkeit von Mensch und Tier als Geschöpfe beschrieben und als erste maßgebliche Einsicht die These formuliert, dass das Tier nicht allein auf seinen Nutzwert für den Menschen reduziert werden kann.

Im Ergebnis sind Tiere Mitgeschöpfe, die mit Respekt behandelt und geschützt werden müssen, anstatt sie auf eine niedrigere Stufe zu stellen, um sie auszubeuten.

Um unseren tierlichen Mitgeschöpfen ein Leben frei von haltungsbedingten Beschwerden, Schmerzen, Angst, Verletzungen und Krankheiten zu ermöglichen, bedarf es als Christ einer großen Portion Mut, sich gegen die sogenannten „Tiernutzer“ und deren wirtschaftlichen Interessen zu Lasten der artgerechten Tierhaltung zu stellen.“

Und an eben diesem Mut und dem Einstehen für unsere Mitgeschöpfe fehlt es häufig bei den Entscheidungsträgern der Landeskirchen und Bistümer.  Die Gründe sind vielschichtig und klingen im “Tierschutzranking” der Initiative „Will-Kirche-Tierschutz“ offenkundig an.

Es ist an der Zeit, dass sich die Landeskirchen und die Bistümer den Veränderungsprozessen des 21. Jahrhunderts zum Wohl der Tiere und Umwelt stellt. Die Beharrlichkeit und das Durchhaltevermögen, welches seitens der Kirchen an den Tag gelegt wird, um sich diesen Veränderungen zu entziehen, sollte diese mit ihren Kirchenmitglieder sowie der Einrichtungen der Kirche, wie z.B. Kitas, Schulen, Senioren- und Pflegeheime, dafür nutzen die regionale Wertschöpfungsketten zu unterstützen, um die Tierschutz- und Klimaziele zu erreichen.

 

 

 

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