26. März 2024
2. Was beinhaltet das Studium Vegan Food Management?
3. Wer kann sich bewerben? Was sind Voraussetzungen?
4. Ich bin kein Veganer, kann ich trotzdem studieren?
5. Was kann man eigentlich anschließend studieren? Gibt es da geeignete Studiengänge an der FHM?
Nein, es gibt keinen Masterstudiengang speziell für diesen Bereich an der FHM. Jedoch bietet sich meiner Meinung nach auch jeder andere FHM-Wirtschaftsmaster an, denn um Grunde geht es ja auch bei Vegan Food Management um BWL. Da hätten wir den M.A. International Management, M.A. Mittelstandsmanagement (berufsbegleitend), MBA Entrepreneurship & Management (berufsbegleitend), MBA Innovation & Leadership (berufsbegleitend). Im Medienbereich gibt es auch einen Master, der sich für diejenigen eignet, die einen Einstieg im Kommunikationsbereich anstreben: M.A. Crossmedia & Communication Management
6. Es gibt ja nun das Stipendium der ASS. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist dies das einzige Stipendium konkret für diesen Studiengang. Ja, korrekt. Aber ansonsten gibt es ja noch eine Vielzahl anderer Stipendien, richtig?
Genau. Es gibt viele Institutionen oder Stiftungen, die Stipendien anbieten. Wir haben die bekanntesten auch auf unserer Website aufgelistet, um potenziellen Bewerbern einen Überblick zu geben. http://www.fh-mittelstand.de/stipendien/
7. Es gibt ja die Möglichkeit berufsbegleitend zu studieren. Ist es dafür notwendig in Nähe der 3 Standorte zu wohnen, weil man immer wieder an die Unis muss oder sind die Seminare an der Uni so selten bzw. gebündelt, dass man das berufsbegleitende Studium auch aufnehmen kann, wenn man z.B. in Kiel wohnt und dann zu den Blockseminaren nach Bielefeld oder wohin auch immer fährt?
Das berufsbegleitende Modell bieten wir nur für den Standort Bielefeld an. Natürlich wäre es von Vorteil in der Nähe zu wohnen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Die Präsenz-Seminare finden an max. 3 Wochenenden im Monat statt, freitags von 16-20 Uhr, samstags von 9-16 Uhr. D.h. Studierende von weiter weg könnten sich auch in einer Pension einbuchen o.ä. Ich selbst habe auch berufsbegleitend an der FHM studiert und in meiner Studiengruppe kam eine Kommilitonin aus Bremen. Hinzukommt eine Online-Vom rlesung pro Woche, an der man aber von zu Hause teilnehmen kann.
8. Gibt es eigentlich schon Bewerber?
Ja, gibt es. 2 für Bielefeld, 2 für Köln und 5 für Bamberg
9. Inwiefern glauben Sie, dass der Studiengang “vegan food management” dem Tierschutz zuträglich ist?
Durch die zunehmende Nachfrage nach tierischen Produkten seit den 1990er Jahren haben sich die klassischen Bauernhöfe zu agrarindustriellen Betrieben weiterentwickelt. Neben gesetzlichen Vorschriften, die die „artgerechte” Haltung für jedes Tier festlegen, kommt es bei den Agrarbetrieben fast ausschließlich auf den größtmöglichen Ertrag an. Die Tiere werden in den Mastanlagen auf engstem Raum gehalten, um die Anzahl der Tiere zu maximieren. Das individuelle Tier wird bei der sogenannten Massentierhaltung nur noch als „Produkt” gesehen. Die beengten Ställe und nur auf Leistung gerichtete Züchtungen haben zu einer Zunahme an Krankheiten und infolgedessen zum steigenden Antibiotika-Gebrauch geführt. Tiere für die Herstellung von Lebensmitteln leiden und sterben zu lassen, ist für ein gesundes Leben in den westlichen Industrienationen wie Deutschland nicht notwendig. Veganer möchten die verheerenden Folgen für die Tiere und die Gesundheit der Menschen nicht unterstützen. Diese ideelle Einstellung ist insbesondere bei der jüngeren Generation stark vertreten. Die praktische Beachtung des Prinzips der veganen Ernährung ist aber auch in Deutschland weithin immer noch unzulänglich. Einer der Gründe für dieses Umsetzungsdefizit liegt darin, dass sich zahlreiche breitenwirksame Lebens- und Arbeitsbereiche diesem Thema noch bewusst oder unbewusst verschließen. Dazu gehört auch die Möglichkeit eines akademischen Studienangebots. Hier setzt das Vorhaben „Stiftungsprofessur für vegane Ernährung” an. Das Ziel der Professur ist es, dem Prinzip der veganen Ernährung eine akademische Heimat zu geben, in der vorrangig ein entsprechendes Studienangebot, aber auch eine Plattform für anwendungsbezogene Forschung, Beratung und öffentlichkeitsorientierten Wissenstransfer verortet wird. Wir wollen mit der Schaffung eines derartigen Lehrstuhls die vegane Ernährung noch stärker in der Gesellschaft etablieren und damit zur Minderung des Tierleids in der Nutztierindustrie beitragen.
10. Ändert sich etwas am Tierschutz, wenn pflanzliche Lebensmittel professionell vertrieben werden?
Überall in Deutschland haben sich in den letzten Jahren vegane Szenen entwickelt. Neben veganen Restaurants gibt es beispielsweise Supermärkte mit einem rein veganen Angebot oder auch rein vegane Schuhläden. Die Industrie hat bereits das Marktpotenzial der mitunter auch durch Nichtveganer nachgefragten veganen Lebensmittel entdeckt und bietet zielgerichtet Produkte an. Ergänzend gibt es inzwischen einige vegane Unternehmen, die als zukünftige Arbeitgeber auch für diese Absolventen interessant sind.
Damit eine vegane Ernährung als verallgemeinerungsfähiges ethisches Prinzip wirkmächtig werden kann, muss sie konkret und vorbildhaft und damit als Erfolgsmodell präsentiert werden. Hochschulen wird hier eine besondere Verantwortung zuteil. Sie vermitteln ethisches Gedankengut an die Fach- und Führungskräfte von morgen. Erst wenn der ethisch geprägte Begriff des Veganismus zum selbstverständlichen Kanon des akademischen Standardwissens zählt, ist von echter Verfestigung im Unternehmer- und Managementnachwuchs auszugehen. Durch die Akademisierung und der damit einhergehenden Professionalisierung der veganen Ernährung trägt der durch die ERNA-GRAFF-Stiftung geförderte Lehrstuhl zu einer noch stärkeren gesellschaftlichen Akzeptanz und Verbreitung dieser Lebensweise bei.
Was ist der Grund für die Stiftung diese Professur zu stiften?
Unsere Motivation zur Förderung des Veganismus liegt in dem Leid, das mit der Nutzung von Tieren und Tierprodukten einhergeht. Tiere für die Herstellung von Lebensmitteln leiden und sterben zu lassen, ist für ein gesundes Leben in den westlichen Industrienationen wie Deutschland nicht notwendig. Trotzdem sich mittlerweile die Idee des Veganismus immer stärker in der Welt etabliert, verschließen sich zahlreiche breitenwirksame Lebens- und Arbeitsbereiche diesem Thema noch bewusst oder unbewusst.
Weitere Fragen zum Veganismus allgemein beantworten wir in unseren FAQs!