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Fische und andere Seetiere

Der Fischfang wird von Berufsfischem, Hobbyanglern oder, wie in einigen Ländern der Dritten Welt, noch als Selbstversorgung aus dem Meer betrieben.

I. Auch beim Fischfang ist zwischen moralisch und ökologisch vielleicht noch vertretbaren Methoden einerseits, quälerischer und rücksichtloser Ausbeutung andererseits zu untscheiden. Gegenüber den tonnenweise gefangenen und qualvoll erstickenden Seefischen mag vielleicht die Gefühlsroheit der Hobbyangler quantitativ nicht ins Gewicht fallen, aber es ist eben doch ein Unterschied, ob Fische für das Überleben oder zum Vergnügen (—> Luxus und Freizeit) gefangen werden. Und kein Hobbyangler kann sein Tun damit rechtfertigen, daß die gewaltige Mehrzahl der Seefische dem Erstickungstod ausgeliefert ist (–> Du-auch-Argument).

II. Neben dem Fischfang muß aus Tierschutz- und Artenschutzgründen auch das Erlegen anderer Seetiere, wie z. B. Meeresschildkröten, Krustentiere und Meeressäuger, erwähnt werden. Die ethischen und ökologischen Probleme sind die gleichen. (i) Meeresschildkröten sind zwar auf Drängen des World Wildlife Fund durch ein EG-Importverbot (Woche im Bundestag 1984, 5, S. 21) nicht mehr ungeschützt, aber ohne den ständigen Einsatz vieler Freunde und Helfer hätte dieser Schutz nur wenig Wirkung. Vgl. Günter Haaf: „Noch sind die Tiere nicht verloren” (Die Zeit, 1983, Nr. 3). (2) Bei den Krustentieren besteht das Problem vorrangig in der Tötung, die üblicherweise darin besteht, die Tiere in kochendes Wasser zu werfen, obwohl schon seit Ende der siebziger Jahre in England ein Gerät erfunden wurde, das die Tiere in einem Wasser- behälter elektrisch tötet (F.A.Z. vom 13.4.1977). Aber das Gerät soll etwa 1000,- DM kosten und ist offenbar noch nirgendwo zur Tötung vorgeschrieben. (3) Im Kampf zum Schutz der Jungrobben hat sich Brian Davies zum Staastsfeind Nr. 1 in Kanada gemacht (vgl. Jörg Wiegand: „Der Lobbyist der Robben” [Die Zeit, 1985, Nr. 16]). Denn dank Brigitte Bardot, Hans-Dietrich Genscher und einer Welle in der-> öffentlichen Mei- nung konnte ein in diesem Falle wirksames Einfuhrverbot erreicht werden. (4) Die Tragödie der Wale ist noch immer nicht zu Ende, weil einige wenige Nationen sich dem Fangverbot nicht anschließen, sowenig wie (5) die Delphinmassaker in Japan, worüber Dexter L. Cate (1986) berichtet hat.

III. Auch die Folgen der Ölpest und Vergiftung der Gewässer sind unter Tier- und Naturschutzaspekt zu beachten.

Weitere Literatur: K. Blüchel 1976, S. 157-189, K. Drawer 198o, S. 110-116, K. Drawer und K. J. Ennulat 1977, S. 240ff., K. Sojka 1985, S. 50ff., U. Vogel 1980, S. 54. E. Wiederholz 1978.

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