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Zoomorphismus

Zoomorphismus ist die Art und Weise, wie Tiere den Menschen und vermutlich auch andere Lebewesen bei häufigem friedlichem Kontakt als Artgenossen ansehen. H. Hediger hat also recht, wenn er (1961, S. 231f.) verlangt: „Der Mensch, der praktisch mit Tieren zu arbeiten hat, muß konsequent die Rolle eines Artgenossen spielen; er muß sich eine soziale Position erobern, er muß sie behaupten, und er muß sich vor allem klar sein, daß er auch zum Ziel von Rivalenkämpfen oder Begattungsversuchen werden kann.”

Ob der von Konrad Lorenz mehrfach beschriebene Vorgang der Prägung, d. h. die meist in einem einzigen Kontaktmoment entstehende Fixierung eines gerade geschlüpften oder geborenen Tieres auf ein anderes, im Regelfall ein Elternteil, als Sonderfall einer zoomorphen Angleichung zu betrachten ist oder als etwas anderes, ist offenbar noch nicht geklärt. Niemand hat diesen geheimnisvollen Akt liebevoller beschrieben, als Konrad Lorenz in seinem berühmt gewordenen Bericht „Das Gänsekind Martina” (1964, S. 84-95).

Die Tendenz, andere Lebewesen als artgenossenähnlich anzusehen, ist auch beim Menschen angelegt –> Anthropomorphismus.

Weitere Literatur: H. Hediger 1965, S. 94-100 und 1980, S. 89.

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