8. Oktober 2026
Bereits mit der Gründung ihrer Stiftung im Jahr 1983 hat sich die große Berliner Damen des Tierschutzes, Frau Erna Graff, unter anderem für die Vermeidung und der Abbau von Tierversuchen und die Förderung von Ersatzmethoden zum Tierversuch eingesetzt, diese Ziel sollte mit ihrer Stiftung zukünftig auch ihre Fortsetzung finden. Hier hat die Erna-Graff-Stiftung nun erneut angesetzt und fördert ein langfristiges Projekt von Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V. und freut sich, dass nun nach einer konzentrierten Vorbereitung die neue Wissenschafts-Webseite „Tierfrei forschen“ online geht. Dieses Projekt wäre sicherlich eine „Herzensangelegenheit“ von Frau Erna Graff geworden.
Das übersichtlich gestaltete Portal informiert Wissenschaft, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit über Fortschritte in der tierversuchsfreien Forschung sowie zu humanen Lehrmethoden. Ziel ist es, eine ethisch vertretbare, moderne und wissenschaftlich aussagekräftige Forschung voranzubringen.
Versuche an Tieren stehen nicht nur aus ethischen Gründen in der Kritik. Immer mehr Studien belegen die begrenzte Aussagefähigkeit der tierexperimentellen Forschung. Die neue Wissenschafts-Webseite „Tierfrei forschen“ informiert deswegen umfassend über Vorteile und Fortschritte der tierversuchsfreien Forschung.
Zeichen stehen auf „Ausstieg“
„Um menschliche Erkrankungen zu verstehen und wirksame Therapien entwickeln zu können, brauchen wir dringend bessere humanrelevante Modelle. Nicht umsonst hat die Pharmaindustrie ein großes Interesse an tierversuchsfreien Verfahren. Diese sind meist schneller, günstiger und aussagekräftiger als Tierversuche. Die EU hat im Juni 2026 eine Roadmap für den schrittweisen Ausstieg aus dem Tierversuch in der Chemikalientestung vorgelegt. Auch die USA, Großbritannien und die Niederlande gehen hier voran. Leider ist Deutschland gerade dabei, den Anschluss an diese Entwicklung zu verpassen. Deswegen setzen wir uns für dafür ein, dass tierversuchsfreie Verfahren auch hierzulande den Tierversuch endlich ablösen können“, sagt Projektleiterin Dr. Christiane Hohensee.
Vorwärts mit humanspezifischen Verfahren
„Tierfrei forschen“ berichtet aktuell über innovative humanspezifische Verfahren, tierfreie Lehrmethoden sowie über wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus diesem Forschungsbereich. Die komplexen Verfahren und Begriffe wie Deep Learning, NAMs, Organoide oder integrierte Teststrategien werden einfacher erklärt. Außerdem informiert „Tierfrei forschen“ über die Ergebnisse von Fachtagungen und über politische Entwicklungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Das Portal richtet sich an Journalist:innen, Politiker:innen, Lehrer:innen, Nachwuchswissenschaftler:innen und die interessierte Öffentlichkeit.
Recht auf ein tierversuchsfreies Studium
Unter dem Menüpunkt „Aus- und Weiterbildung“ bietet „Tierfrei forschen“ zudem Studierenden der Studiengänge der Biologie, Human- und Veterinärmedizin Information und Beratung, wie sie den sogenannten Tierverbrauch vermeiden, ersetzen oder sich von Übungen am Tier befreien lassen können. Studierende können sich Vorlagen für Anträge zur Befreiung von Kursen herunterladen, um Übungen am Tier aus Gewissensgründen umgehen zu können. Politisches Ziel ist das Recht auf ein tierversuchsfreies Studium.
Ziel ist es, eine ethisch vertretbare, moderne und wissenschaftlich aussagekräftige Forschung voranzubringen, dass auch durch die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz verfolgt wird.
Diese Plattform muss sich nun gegen die finanzstarke Tierversuchswissenschaft durchsetzen, die auch den überwiegenden Anteil der Fördergelder des Bundes und der Länder erhalten. Dazu sind wir auch auf ihre Unterstützung angewiesen! Danke!