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Berlin-Mitte lässt die Tauben verhungern: Prozess gegen Tierschützerin

Ohne Fütterung verhungern Tauben.

Berlin, den 18. Januar 2018 – In Berlin ist das Füttern von Tauben  – anders als in anderen Städten – jedenfalls nicht unmittelbar verboten.  Jetzt versucht der Bezirk Mitte über Umwege das Engagement von hilfsbereiten Tierschützern zu verhindern. Im Juni 2017 erließ das Ordnungsamt des Bezirks wahrscheinlich erstmals einen Bußgeldbescheid gegen eine Tauben fütternde Person  wegen des Verstoßes gegen das Straßenreinigungsgesetz. Unterstützt von der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz geht der Fall nun vor Gericht.

 

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Tauben hätten in der Großstadt ein großes Futterangebot. Tatsächlich hungern die Tiere, weil im Müll hinter der Currywurstbude kein für Tauben verdauliches Körnerfutter zu finden ist. Stadttauben, die zumeist von gestrandeten Brief- und Hochzeitstauben stammen, sind auf eine fachkundige Betreuung durch den Menschen zwingend angewiesen.  Mit der richtigen Fütterung wird die Darmgesundheit gefördert und der Kot wird fester, der sonst aufgrund von Hunger und Durchfall zu Ärgernissen führen kann.

Teilen des Bezirksamts in Berlin-Mitte sind die Stadttauben allerdings ein Dorn im Auge. Ohne ausdrückliches Fütterungsverbot in einem Gesetz oder in einer Rechtsverordnung fehlt dem Bezirk die Rechtsgrundlage, die Versorgung der Tiere zu sanktionieren. Stattdessen wurde das Straßenreinigungsgesetz bemüht.

„Es ist eine Farce, eine sachkundige Tierschützerin bei einer tierschutzgerechten Fütterung mit artgerechtem Futter wegen der Verunreinigung der Straßen belangen zu wollen, obwohl das gestreute Futter direkt aufgepickt wird und somit kein staatliches Eingreifen begründet.“, findet Dr. Eisenhart von Loeper, 1. Vorsitzender der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz.

Nun steht eine Taubenfreundin vor Gericht.

Aus diesem Grund hat der Prozess aus Sicht der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz eine über den konkreten Einzelfall hinausgehende Bedeutung. Nötigenfalls ist die Erna-Graff-Stiftung bereit, die betroffene Tierschützerin bis zur höchsten Instanz, dem Bundesverfassungsgericht,  zu unterstützen.

Die Vertretung vor Gericht übernimmt Hans-Georg Kluge, Rechtsanwalt der Kanzlei Röttgen, Kluge & Hund und selbst Herausgeber eines Kommentars zum Tierschutzgesetz.

Das Gerichtsverfahren findet am 30. Januar 2018 ab 10.15 Uhr vor dem Amtsgericht Tiergarten in der Kirchstraße 6, 10557 Berlin statt. Die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz wird vor Ort sein.

 

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Tauben

Kommentare

Cécile Khoury schreibt () :

Herzlichen Dank für die Unterstützung – die brauchen wir Fütterer dringend, damit unsere Schützlinge nicht verhungern und wir nicht mehr drangsaliert werden.

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wolf kotzsch schreibt () :

Ich habe selbst lange in Tiergarten gewohnt, bin stinkend sauer auf diese linke Nummer und drücke euch ganz fest die Daumen, dass die Behörden vor Gericht mal ordentlich gegen die Wand laufen.

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Jutta Mir Haschemi-Röben schreibt () :

Beruft man sich auf das Tierschutzgesetz, kann die Fütterung nicht verboten sein. Zumindest sollte die Kommune Zugeständnisse an Orten machen, an denen Tauben als nicht störend empfunden werden., d. h. abseits von Straßengastronomie in Parks.

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Brigitte Oettl schreibt () :

Der Amtsschimmel will absolut obdachlose Haustiere, Stadttauben, verhungern lassen.

Es muss doch jedem Menschen einleuchten, dass zum Beispiel ein großes Rudel obdachloser Hunde nichts zu fressen findet in Berlin und Umgebung – außer ein paar Brocken zufällig runtergefallenen Döner und Brotreste oder Pizza. Dasselbe mit herrenlosen Katzen – jedenfalls nur Futter, das so gut wie keinerlei Mineralstoffe und Vitamine hat, was der Organismus eines Tiers oder von Tierkindern braucht. Ganz genauso geht es den Stadttauben. “Die findet doch gnug.” – Ja was denn bitte? Siehe oben.

Hallo, wir sind inzwischen im 21. Jahrhundert, wo fast jeder Bürger genug zu essen hat – jeder x-te Gewichtsprobleme …… nein: da will keiner was abgeben, schon gar nicht in Form von artgerechtem Körnerfutter. Die Oma mit 2 kleinen Enkelkindern, die rennt wütend auf die Tauben zu, die an einem heruntergefallenen Brötchen zupfen. “Scheißviecher.” und vertreibt sie, hebt fein säuberlich das Brötchen auf und wirft es in den metallenen Abfalleimer. Und die Kinder schauen zu. Das sind die Werte unserer Gesellschaft.

Ach – und das Christentum, das doch im Moment so hoch gehalten wird: “unsere Werte des christlichen Abendlands” und unsere Kultur, unsere Werte … wo sind die denn?

Ich bin bekennende Christin – ich weiß, was für mich gilt. Ich hab es verinnerlicht und lebe danach.

Wo ist es denn in Deutschland: Das Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – und der Nächste – das sind ALLE Lebewesen, die meine Hilfe brauchen.
Doch: Ich werde tatsächlich geordnungswidrigt, wenn ich diesem Gebot nachkomme?

Ja – welche deutschen Werten verkörpern wir denn? Immer noch die vom letzten Jahrhundert? Da waren es Menschen, die man “ausgegrenzt” hat.
Genau diesen Zeitgeist spüren wir, wenn wir Tauben anfüttern, die verletzt sind, um ihnen Hilfe zukommen zu lassen.
Das können sie den keifenden Hilssheriffs zigmal sagen. Die stupide, tumbe Antwort – die Leier ist: —— “deeeeeeeeees isch verbotta – i hol glei Polizei.” …….. oh mein Gott.

Leute, die in Tauben mit dem Rad hineinfahren – die ihre Kinderwägen unbewegt über Tauben schieben, die Krümel suchen – Kinder die Fußball spielen mit einer jungen Taube, die danach jämmerlich stirbt ……. NEINNEIN: Nirgends gibt es da ein Schild: Tauben attackieren verboten. Straftat!

NEIN – DIESES Schild gibt es nicht. Nur das Schild Taubenfüttern verboten. 4500 Euro.

Was seid ihr bloß für abendländische Kulturvertreter? Ja – was vertretet ihr denn? Tauben-Verhungern-Lassen?
Ihr zivilisierten Leute – Christen? die ihr Weihnachten feiert und Ostern – wo sind denn eure Werte? Ja – wo ist eure menschliche Ethik? Was sagte Herr Ghandi – neinnein, der war kein Deutscher: Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation erkennt man daran, wie sie ihre Tiere behandelt.
Wie wahr.

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Inci schreibt () :

ich finde alles, was du geschrieben hast trifft zu. Menschen ohne Herz und Emppathie können wir nicht zu gutherzigen Menschen erziehen. Das tut verdammt weh.

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Brigitte Oettl schreibt () :

Wir fordern vom Ordnungsamt solche Schilder “Tauben attackieren verboten” § …. Tierschutzgesetz Strafe …… Euro”
Übers Design kann man noch reden. Über den Text nicht.

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Annabel Lipke schreibt () :

Sehr gute Idee und längst überfällig!

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Astrid Raasch schreibt () :

Wehrlose Lebewesen hungern zu lassen, sie zu verjagen und zu beschimpfen ist herzlos und schlicht unanständig. Wie gut, dass es Menschen gibt, die trotz Anfeindungen, eingreifen und sich kümmern. Danke dafür.

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Fanselow schreibt () :

“Gottes verlassene Kinder” hat mal jemand geschrieben. Bei Tauben hört bei vielen Menschen die Tierliebe auf. Und wenn das sogar bei dem Gesetzesgeber der Fall ist, dann stimmt doch irgendwas nicht und man muss dagegen auftreten. Das Geld, um betreute Taubenhäuser aufzustellen, gibt der Senat nicht. Aber die Tauben elendig verhungern zu lassen, das ist wohl in seinem Sinn. Anstatt zufrieden zu sein, dass es Menschen gibt, die eigenes Geld investieren, um artgerechtes Futter zu kaufen und somit Leid und Krankheit der Tiere vorzubeugen, sollen sie noch vom Staat bestraft werden. Was für eine Welt! Tauben füttern sollte normal sein so wie auch andere Vögel gefüttert werden.

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Inci schreibt () :

Liebe Brigitte,
ob wir das erleben werden? Böse Menschen wird es immer geben. Es werden aber leider immer mehr.

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Sylke Filbert schreibt () :

ICH FÜTTERE ! ….auch weiterhin!

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Fanti schreibt () :

Ich wünsche von Herzen alles Gute – danke für Dein Engagement! Liebe Taubenfreunde, lasst Euch nicht unterkriegen – die Tauben brauchen Euch.

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