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Ostern als Veganer – wie geht das?

18. April 2019

Für die meisten heißt Ostern: Lammbraten, Restaurantbesuch und eine ganze Menge Kuchen. Doch Ostern geht auch vegan. Im Interview hat uns Vegan Food Management-Studentin Pia erzählt, wie sie als Veganer Ostern verbringt, was sie isst und wie ihre Familie darauf reagiert.

Portrait Pia Krüger
Pia Krüger studiert Vegan Food Management und lebt seit drei Jahren vegan.

Erna-Graff-Stiftung: Zum Einstieg ein paar allgemeine Fragen. Wieso hast du dich für die vegane Lebensweise entschieden und wie lange lebst du schon vegan?

Pia Krüger: Ich lebe seit ungefähr drei Jahren vegan, davor war ich allerdings schon einige Jahre Vegetarier. Ich bin Vegetarier geworden, als ich 14 war, habe mich allerdings zuerst nur dafür interessiert, weil ich abnehmen wollte. Dadurch, dass ich mich dann aber immer mehr mit der Thematik auseinandergesetzt habe, prägte sich bei mir auch der ethische Aspekt immer weiter aus. Die unglaublichen Missstände in der Fleisch- und Milchindustrie haben mich sehr schockiert und meine Sichtweise auf die Welt und unsere Gesellschaft so stark verändert, dass ich beschloss, diese nicht weiter zu unterstützen. Bei mir ist mittlerweile der ethische Aspekt der ausschlaggebende Grund für meine vegane Lebensweise, allerdings sind aber auch die positiven Auswirkungen der veganen Ernährung auf Gesundheit und unsere Umwelt nicht gerade unrelevant.

EGS: Und was hat dich dazu bewogen dich für den Studiengang Vegan Food Management zu entscheiden?

Pia: Na ja ehrlich gesagt wusste ich ganz lange nicht was ich machen soll. Ich wusste nur, dass ich mit meiner Berufswahl nachhaltig etwas verändern möchte. Eines Tages hat mir meine Mama einen Zeitungsartikel über einen neuen veganen Studiengang geschickt: Vegan Food Management. Ich wusste direkt, dass der Studiengang genau das richtige für mich ist und habe mich einfach beworben. Jetzt studiere ich Vegan Food Management im zweiten Jahr und bin unglaublich zufrieden mit meiner Wahl.

EGS: Dass hört sich großartig an! Danke, dass Du uns davon erzählst. Aber kommen wir nun zum eigentlichen Anlass unseres Interviews. Ostern steht kurz vor der Tür und wir möchten von dir wissen, wie es ist als Veganer Ostern zu verbringen. Fällt es Dir leicht, Ostern vegan zu verbringen oder würdest du an solchen Tagen doch gerne mal eine Ausnahme machen?

Pia: Ausnahmen gibt es für mich nicht. Es ist ja nicht so, dass ich mir die Dinge verbiete oder eine Diät mache. Für mich ist es eine Lebensweise und ich möchte einfach keine tierischen Produkte essen. Außerdem ist es super leicht Ostern und auch andere Feiertage vegan zu verbringen und ich habe dabei nie das Gefühl irgendetwas zu verpassen. Ganz im Gegenteil – ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich nie besser gegessen habe als jetzt.

Veganes Geschnetzeltes
Auch klassische Gerichte wie Geschnetzeltes lassen sich einfach vegan zubereiten. – Foto: Martin-Rettenberger, Adobe Stock

EGS: Das freut mich zu hören. Was genau gibt es denn bei dir und deiner Familie an Ostern zu essen und bereitest du alles selbst vor?

Pia: Ja ich mache alles selbst, für mich ist das aber keine Last. Es macht mir unglaublich viel Spaß und ich freue mich schon Wochen vorher darauf. Dieses Jahr gibt es bei mir als Osteressen eine Art „Sahnegeschnetzeltes“ mit Spätzle. Dafür nehme ich als „Geschnetzeltes“ einfach eine veganen Fleischersatz und als „Sahne“ eine Alternative aus Soya, Hafer oder Mandel. Alle anderen Zutaten sind von Natur aus vegan, nur bei den Spätzle muss man darauf achten, dass sie ohne Ei sind. All diese Produkte bekommt man in jedem größeren herkömmlichen Supermarkt und so kann man quasi jedes bekannte Festtagsessen ganz einfach „veganisieren“.
Dazu gibt es dann noch Rotkohl, den macht meine Mama, denn meine Familie ist quasi dasselbe, nur nicht in vegan.

EGS: WOW, hört sich super lecker an und scheint leichter als gedacht. Aber deine Familie möchte nicht ebenfalls vegan essen? Ist es dann okay für dich, wenn ihr zusammensitzt und deine Familie tierische Produkte isst?

Pia: Ja das ist vollkommen okay. Meine Familie habe ich leider noch nicht davon überzeugen können an Feiertagen mein veganes Essen zu essen. Für mich ist es kein Problem, wenn sie tierische Produkte essen, solange sie wissen, was sie essen und wo es herkommt, ist es ihre Entscheidung. Beim Kaffeeklatsch sieht es aber schon wieder ganz anders aus. Da backe ich den Kuchen für alle, dieses Jahr gibt es Russischen Zupfkuchen und Apfelstreuselkuchen, made by me und natürlich vegan.

EGS: Und wie machst du den Kuchen ganz ohne Ei und Milch?

Pia: Da gibt es super viele Möglichkeiten. Für den Russischen Zupfkuchen, der eine Art Käsekuchen ist, nehme ich einfach einen veganen Quark als alternative zu richtigem Quark. Als Butter nimmt man Margarine, als Milchersatz einfach eine Pflanzenmilch nach Wahl und anstatt von Eiern kann man etwas Öl, Apfelmus, Banane, Leinsamen oder auch einen „Ei-Ersatz“ fertig aus der Tüte nehmen. So kann man auch ganz einfach jedes Kuchenrezept von der Oma oder Mama veganisieren.

EGS: Das klingt wirklich sehr einfach, man muss sich nur ein wenig damit auseinandersetzen. Eine letzte Frage noch, wie ist es, wenn ihr an Ostern nicht mit der Familie zuhause esst, sondern in ein Restaurant geht?

Pia: Also auswärts essen war auch noch nie ein Problem, ich passe mich da meiner Familie an und wir gehen dahin wo die Mehrheit hinmöchte. Wir müssen nicht wegen mir in ein veganes Restaurant gehe. Die meisten Restaurants haben mittlerweile leckere vegane Gerichte auf der Speisekarte und sind auf Veganer eingestellt. Wenn ich mal nichts finde frage ich einfach und bis jetzt habe ich immer etwas Leckeres bekommen und wurde auch noch nie blöd angeguckt.

EGS: Okay, ich sehe Ostern vegan ist wirklich einfach! Man muss sich nur ein paar Gedanken machen und findet schnell großartige Alternativen. Außerdem ist es, wie es mir scheint, auch mit der Familie und dem Restaurantbesuch super zu vereinbaren. Also wieso nicht auch mal ein Ostern vegan verbringen. Danke Pia für das Interview und all die hilfreichen Informationen. Wir wünschen Dir Frohe Ostern!

Pia: Das habe ich wirklich gern gemacht! Danke an euch und ebenfalls ein frohes Osterfest!

Kommentare

Antonietta schreibt () :

Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.

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