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Berliner Tierschützerin vor Gericht wegen Füttern von Tauben

Ist Füttern von Tauben eine verbotene Straßenverunreinigung?

 

Taube

Das Ende der sachkundigen Fütterung wäre das Todesurteil für viele Tauben.

Am morgigen Dienstag wird der Fall einer Berliner Tierschützerin vor dem Amtsgericht Tiergarten verhandelt, die auf dem Alexanderplatz Stadttauben gefüttert hat. Das Bezirksamt Mitte von Berlin hat gegen die Betroffene ein Bußgeld wegen einer angeblich unerlaubten Straßenverunreinigung verhängt, um dessen Rechtmäßigkeit es jetzt geht. Der Fall hat grundsätzliche Bedeutung. Würde die Fütterung von Tauben künftig als Straßenverunreinigung angesehen, könnte bei der Fütterung von Singvögeln und freilebenden Katzen nichts anderes gelten.

 

Die verwilderten Haustiere sind in der Großstadt auf eine regelmäßige Fütterung durch den Menschen angewiesen. Ein Verbot für die Fütterung von Tauben existiert in Berlin nicht. Das Ordnungsamt von Berlin-Mitte ist kreativ und verlangt deshalb ein Bußgeld von der Tierschützerin, weil das Taubenfutter den Alexanderplatz verunreinigen würde. Die Berlinerin wird von der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz unterstützt, da solches Verwaltungshandeln zu abgemagerten und kranken Tieren führt.

Taubenfreunde sind schockiert. Seit Jahren kämpfen die Tierschützer gegen das Leid der Berliner Stadttauben, die alle von Taubenhaltern stammen, die sich nicht mehr um die Tiere gekümmert haben. Statt behördlicher Unterstützung gab es im Juni 2017 einen Bußgeldbescheid für eine engagierte Berlinerin. Diesen begründen die Ordnungshüter mit § 8 Abs. 1 des Berliner Straßenreinigungsgesetzes, wonach jede „vermeidbare Verschmutzung der Straßen zu unterlassen“ ist.

Mit diesem Griff in die juristische Trickkiste versucht die Behörde, ein in Berlin bisher politisch nicht gewolltes Fütterungsverbot durchzudrücken. Die Krux dabei: Kot von hungernden und müllfressenden Tauben führt zu mehr Verschmutzung auf Straßen und an Häusern im Gegensatz zu artgerechter Fütterung. Doch die Taubenfreundin wehrte sich und ging in Einspruch. Am Dienstag wird darüber erstmals vor dem Amtsgericht Tiergarten verhandelt.

Dieses hilfsbedürftige Taubenküken fand die Berliner Tierschützerin am Alexanderplatz.

Fall hat übergeordnete Bedeutung für Tierschutz

Die Versorgung von Stadttauben verlangt ein hohes Maß an persönlichem Einsatz. Das hochwertige Futter für Tiere kostet viel Geld. Damit ist es nicht getan. Die sachkundige Tierschützerin investiert viel Zeit, denn Füttern muss regelmäßig erfolgen. Gleichzeitig nutzt sie die Fütterung, um den Gesundheitszustand ihrer Schützlinge zu überprüfen. Hungernde Tauben nehmen das Futter innerhalb kurzer Zeit auf. „Wenn schon das Ausbringen von Vogelfutter eine Verschmutzung der Straße darstellt, würde das bedeuten, dass nicht nur alle Taubenfreunde kriminalisiert werden, sondern auch das Füttern von Sing- und Wasservögeln demnächst als Ordnungswidrigkeit in Berlin geahndet werden kann.“, erläutert Dr. Eisenhart von Loeper, 1. Vorsitzender der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz die übergeordnete Bedeutung des Falls.

Die Gerichtsverhandlung findet am 30. Januar 2018 ab 10.15 Uhr vor dem Amtsgericht Tiergarten in der Kirchstraße 6, 10557 Berlin statt. Die Erna-Graff-Stiftung wird vor Ort sein.

 

Hier können Sie die Pressemitteilung als PDF herunterladen: 2018-01-29_PM Berlin-Mitte geht gegen Tierfreundin vor

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Kommentare

Inge Prestele schreibt () :

Ich wäre gern dabei und drücke uns allen die Daumen. Wenn solche albernen Verbotsversuche Erfolg haben, wirft das den Tierschutz das um Jahre zurück. Aber mein Optimismus ist groß und mein Vertrauen in Herrn Dr. von Loeper und das Urteilsvermögen von Richter*innen ebenso.

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Gabriele schreibt () :

Es ist doch alles so simpel und logisch. Eine “Verschmutzung” ist nur dann eine Verschmutzung von Flächen, Wegen usw. wenn sie liegen bleibt. Ausgebrachtes Körnerfutter wird doch sehr schnell und zeitnah von den Tauben aufgenommen. Wenn sie satt sind, laufen sie auch nicht überall herum und behindern Fußgänger, Radfahrer usw. sie fliegen dann weg und dösen den Tag über irgendwo auf Dächern. Sie bleiben gesund, übertragen damit auch weniger Krankheiten (wenn überhaupt, denn welcher Mensch leckt denn die Straße ab?) Ihr Kot ist fest und nicht sauer ! Der teuerste Dünger der Welt. Tauben sind nicht giftig, sie beissen nicht, bellen nicht, stechen nicht. Ich verstehe die ganze Panik nicht und den Hass nicht, den viele diesen anmutigen klugen und anhänglichen Tieren entgegen bringen. Im Grunde hat der Mensch durch Auslese und Zucht das Problem der Standorttreue und Abhängigkeit erst geschaffen. Ergo ist er auch in der Verantwortung. Aber bei uns in einem absoluten Raubtierkapitalismus sind Immobilien wertvoller als beseeltes Leben. Ich fasse es nicht. Vielleicht wird mal eine Zeit kommen, die real geschätzt nicht mehr allzu ferne ist…und es muss kein Krieg sein. Ein einziger Stromausfall durch koronale Massenauswürfe der Sonne…batsch ! Eine ganze Infrastruktur liegt lahm und nicht nur ein paar Tage. Dann geht das Hungern und Sterben der Menschen los. Da wäre vielleicht manch einer froh, er könnte eine Taube fangen und essen. Erst, wenn ein Empathieloser selbst nichts mehr zu fressen hst, entwickelt dieser eher ein Verständnis und Mitgefühl für hungernde Wesen. Ich bitte alle Bürger und fordere sie auf, und sei es auch nur aus Eigennutz, sich für Taubenhäuser (Taubenschläge ist eine Gewaltsprache !) in ihrer Stadt stark zu machen. Und an alle Christen und Gottesfürchtigen sei nochmals an den heiligen Franz von Assisi erinnert und an Jesus-Christus, der ein ausgesprochener Tierfreund war. Die Urchristen waren Vegetarier, das ist belegt. In die Kirche rennen, herumheucheln und anschließen den Sonntagsbraten verspeisen ist etwas anderes, als seinen Glauben einfach zu leben und allen Geschöpfen Schutz und Liebe zu gewähren.

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Vera Fauner schreibt () :

Tauben füttern ist nicht vermeidbar.

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